Schützen empfangen VIPs

Freuen sich über ihre ersten Plätze: Der Gewinner des Jux-Wettbewerbs Holger Staab (von links), der Sieger mit dem Luftgewehr Klaus Köneke und die Siegerin mit dem Kleinkaliber Carolin Draber.
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  • Freuen sich über ihre ersten Plätze: Der Gewinner des Jux-Wettbewerbs Holger Staab (von links), der Sieger mit dem Luftgewehr Klaus Köneke und die Siegerin mit dem Kleinkaliber Carolin Draber.
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Burgdorf (fh). Seit Jahren wartet die Firma Elektro Draber die Seilzuganlage der Burgdorfer Schützen – jetzt stellt die Familie unter Beweis, dass sie nicht nur etwas von der Technik dahinter versteht, sondern auch selbst ein glückliches Händchen am Schießstand hat. Im vergangenen Jahr hatte Claudia Draber mit dem Kleinkaliber den zweiten Platz beim VIP-Schießen belegt, das wegen der Corona-Epidemie erst im Herbst stattfand. Nun schaffte es ihre Tochter Carolin in dieser Kategorie mit einem 93,2 Teiler sogar auf den ersten Platz. „Das Ergebnis habe ich gleich mit meinem ersten Schuss erzielt, obwohl ich seit dem letzten VIP-Schießen im September nicht mehr geübt hatte. Das habe ich überhaupt nicht erwartet“, so Carolin Draber.
Diesmal hat die Burgdorfer Schützengesellschaft das VIP-Schießen wieder pünktlich Ende April ausgerichtet. Rund 60 Kommunalpolitiker, Vereinsvorsitzende, lokale Geschäftsleute und weitere prominente Burgdorfer nahmen daran teil. „Vor Corona waren es deutlich mehr“, räumte der Vorsitzende Jörg Hoppe ein. Doch er sei froh, dass der Traditionswettbewerb überhaupt wieder in gewohnter Form stattfinden könne. „Das genießen wir alle sehr“, so Hoppe. Schließlich gehe es bei dieser Veranstaltung nicht nur ums Schießen, sondern vor allem auch um die ungezwungenen Gespräche am Rande.
Auch Bürgermeister Armin Pollehn versuchte sich am Schießstand. „Anscheinend bringt es mir Glück, wenn die die Presse daneben steht“, sagt er mit einem verschmitzten Lächeln und deutet auf seiner Scheibe auf ein Einschussloch nah an der Mitte. Früher habe er auch in der Freizeit geschossen. „Aber das ist lange her. Jetzt nehme ich eigentlich nur noch ein paar Mal im Jahr an Wettbewerben wie dem VIP- und dem Ratsschießen teil“, sagt er. Mit seinem Ergebnis zeigt er sich zufrieden, auch wenn es am Ende nicht für einen der vorderen Plätze reicht.
In der Disziplin „Kleinkaliber“ folgen hinter der Siegerin Carolin Draber auf dem zweiten Platz Severine Meilert von der Siemes Hausverwaltung und auf dem dritten Platz Carsten Elgers vom Regionssportbund und seines Zeichens Vorsitzender des Schützenvereins Ilten. Er konnte gleich zwei Pokale mit nach Hause nehmen. Denn auch mit dem Luftgewehr sicherte er sich den dritten Platz. An die Spitze setzte sich in dieser Disziplin der Ortsvorsteher von Beinhorn Klaus Köneke mit 48 Ring.
Den zweiten Platz mit dem Luftgewehr belegte der Vorsitzende der TSV Burgdorf Holger Staab, der just aus dem Urlaub auf Sylt zurückgekehrt war. Frisch erholt und sonnengebräunt holte er sich auch noch den ersten Preis bei einem Jux-Wettbewerb, gefolgt von dem Regionsabgeordneten Oliver Brandt.
Wenn alles nach Plan läuft, war es das letzte VIP-Schießen mit der alten Seilzuganlage am Schießstand. Denn die Burgdorfer Schützengesellschaft will sie für insgesamt rund 65.000 Euro durch ein modernes elektronisches System der Firma Meyton ersetzen, das künftig jeden Treffer in Echtzeit auf einem Bildschirm anzeigt. Der Landessportbund steuert rund 18.700 Euronbei. Außerdem gewährt auch die Stadt Burgdorf einen Zuschuss von annähernd 10.000 Euro. „Wir sind sehr dankbar, dass wir eine solche Unterstützung bekommen“, betont Schießsportleiterin Anja Piel.
Doch die Schützengesellschaft selbst müsste nach jetzigem Stand noch mehr als 30.000 Euro stemmen. „Das ist wirklich eine Hausnummer für uns. Deshalb hoffen wir auf viele Unterstützer“, so Pressewart Matthias Mollenhauer. Auf seine Initiative hin startet der Verein jetzt eine Crowdfunding-Aktion über die Plattform „Viele schaffen mehr“ der Hannoverschen Volksbank.

Crowdfunding für die Meyton-Anlage

Für die Anschaffung der neuen Meyton-Anlage bittet die Burgdorfer Schützengesellschaft auf finanzielle Unterstützung per Crowdfunding (von englisch crowd für ‚Menschenmenge‘, und funding für ‚Finanzierung‘). Dabei handelt es sich um eine Art Schwarmfinanzierung, bei der möglichst viele Unterstützer mit vergleichsweise geringen Summen einen Beitrag leisten können.
Die Burgdorfer Schützengesellschaft nutzt dafür die Plattform „Viele schaffen mehr“ der Hannoverschen Volksbank. Das Motto ist dabei wörtlich zu nehmen: Denn das Geldinstitut gibt für jeden Spender, der mindestens 10 Euro beisteuert, weitere 10 Euro dazu. „Für uns sind viele kleine Beträge also besser als wenige Großspenden“, betont der Pressewart der Burgdorfer Schützengesellschaft Matthias Mollenhauer.
Wichtig sei allerding auch, dass insgesamt die angepeilte Mindestsumme von 5000 Euro erreicht werde. Denn nur dann überweist die Volksbank die Spenden an den Verein, andernfalls erhalten alle Unterstützer ihr Geld zurück. Nach oben sind hingegen keine Grenzen gesetzt. „Wir hoffen deshalb, dass noch deutlich mehr als die 5000 Euro zusammenkommen“, so Mollenhauer.
Die Crowdfunding-Aktion für die Meyton-Anlage läuft noch bis zum 24. Juli unter https://www.viele-schaffen-mehr.de/projekte/meyton-bsg1593.

Autor:

Franka Haak aus Burgdorf

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