Premieren-„Besuch der alten Dame“ im Gymansium Burgdorf

Kurz nach ihrer Ankunft am Güllener Bahnhof trifft die milliardenschwere Claire (Paula Müsse; re.) auf das Ziel ihrer Rachepläne - Ex-Liebhaber Alfred III (Alexander Büsing; li.).
  • Kurz nach ihrer Ankunft am Güllener Bahnhof trifft die milliardenschwere Claire (Paula Müsse; re.) auf das Ziel ihrer Rachepläne - Ex-Liebhaber Alfred III (Alexander Büsing; li.).
  • Foto: Georg Bosse
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BURGDORF (gb). Am vergangenen Donnerstagabend bekam die Aula des Gymnasiums Burgdorf einen „Besuch der alten Dame“. Nach sieben erfolgreichen Aufführungen in den zurückliegenden Jahren war dieser tragikomische Dreiakter bereits das dritte Stück des Schweizer Schriftstellers Friedrich Dürrenmatt, das die gymnasiale Theater-AG auf die Schulbühne brachte.
„Der Besuch der alten Dame“ wurde nach seiner Zürcher Uraufführung im Januar 1956 zu einem Welterfolg und brachte Dürrenmatt die finanzielle Unabhängigkeit. Über fünf Jahrzehnte später feierte die hoch motivierte Darstellergruppe aus den Gymnasiumsjahrgängen sechs bis 13 eine gelungene Premiere mit diesem gemeinsamen Projekt, bei dem Kadidja Mensak und Christa Reinicke Regie führten.
Die Milliardärin Claire Zachanassian (Paula Müsse) kehrt in die Kleinstadt Güllen zurück, in der sie einst ihre Kindheit und Jugend als Klara „Kläri“ Wäscher verbrachte. Mit ihrer Rückkehr verbindet Claire jedoch Rachegelüste für an ihr begangenes Unrecht. Als sie im Alter von 17 Jahren vom zwei Jahre älteren Liebhaber Alfred III (Alexander Büsing) geschwängert wird, leugnet dieser die Vaterschaft und gewinnt mit Hilfe bestochener Zeugen den gegen ihn angestrengten Prozess. Entehrt, wehrlos und arm muss Kläri ihre Heimat verlassen. Die inzwischen durch Heirat zu riesigem Vermögen gekommene, hochangesehene „alte Dame“ weckt durch ihre Ankunft bei den Güllenern die Hoffnung, das Städtchen mit finanziellen Zuwendungen und Investitionen vor dem Bankrott bewahren zu helfen. Aber Claire macht den Bewohnern ein unmoralisches Angebot: „Eine Milliarde für Güllen, wenn jemand Alfred III tötet.“ Diese Forderung lehnt der Bürgermeister (Marius Pahlke) zunächst entrüstet ab...
Mit großer Ernsthaftigkeit aber auch mit viel Spielfreude gingen die jungen Schauspielerinnen und Schauspieler ans Schweizer Bühnenwerk. Im gelungen Bühnenbild und in den passenden Kostümen machte die Theater AG des Gymnasiums Burgdorf dem „Besuch der alten Dame“ alle Ehre.

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