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Mit dem Ratsschießen beginnt in Burgdorf traditionell die Schützenfestzeit

Die Gewinner Iris Simanowsky und Cord-Christian Hansen mit der Rats- und Schützensscheibe.
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  • Die Gewinner Iris Simanowsky und Cord-Christian Hansen mit der Rats- und Schützensscheibe.
  • Foto: Holger Staab
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BURGDORF (hs). Mit dem Ratsschießen beginnt in Burgdorf traditionell die Vorfreude auf das diesjährige Schützenfest, das vom 21. bis 24. Juni wieder jung und alt in seinen Bann ziehen soll. Das von Rat und Verwaltung der Stadt Burgdorf sowie der Burgdorfer Schützengesellschaft organisierte Schießen ist sehr beliebt und sorgte auch am vergangenen Mittwoch wieder mit 60 Teilnehmern für eine gute Beteiligung.
Als Gewinner der Ratsscheibe ging diesmal eine Schützin als Sieger hervor. Iris Simanowsky schoss am besten und kann sich mit einem eindrucksvollen 27,6-Teilerschuss in die lange Siegerliste seit 1966 eintragen. Die Schützenscheibe sicherte sich mit Cord-Christian Hansen ebenfalls ein Schütze. Beide Scheiben werden im Wettbewerb 50 Meter Auflageschießen mit dem Kleinkalibergewehr ausgetragen. Damit auch die Ratsmitglieder Chancen gegen die geübten Schützen haben, werden maximal fünf Schüsse abgegeben und die Teilerwertung ist für den Sieg oder die Platzierung ausgegeben.
Hauptschießsportleiter Urs-Uwe Simanowski und seine designierte Nachfolgerin Silke Hartung werteten die Scheiben mit der Teilermaschine, die die Nähe zur Mitte mit einer Genauigkeit von Tausendstel Millimetern misst, aus.
Zur Frage, was das Erfolgsrezept dieser traditionellen Veranstaltung ist, sagte der 1. Vorsitzende der Burgdorfer Schützengesellschaft, Karsten Siekmann, dem MARKTSPIEGEL: „Dieser sportliche Wettbewerb ist eben einzigartig. Zum einen darf nur eine ganz begrenzte Personenzahl diese Scheiben beschießen und zum anderen ist es schon etwas Besonderes, wenn Frau oder Mann eine dieser beiden Scheiben, die Ratsscheibe oder die Schützenscheibe, in Empfang nehmen und ein Jahr lang ihr Eigentum nennen darf. Ich wäre schon froh, wenn ich wenigstens eine der Scheiben mal gewinnen würde.“
Das erste Ratsschießen fand am 25. Juni 1966 statt. Ausgangspunkt war eine Vorstandssitzung, in der der damalige Vorsitzende Adolf Michelsen den Vorschlag der Stadt Burgdorf unterbreitete, eine Scheibe zwischen dem Rat der Stadt und dem Vorstand nebst Festvorstand der Gesellschaft auszuschießen. Vorgabe war lediglich die Teilerwertung. Die weiteren Bedingungen sollte der Schießsportleiter, damals Horst Baumgarten, ausarbeiten. Der damalige Bürgermeister hieß Karl-Heinz Kanacher. Erster Gewinner im Jahre 1966 war mit einem 229 Teiler Alfred Dittmer, Zweiter wurde Hermann Goslar sen. und Dritter Bernhard Wundram.
Auf die Frage des MARKTSPIEGEL, ob beim Ratsschießen der Schießwettbewerb oder der gesellige Abend im Vordergrund steht, meinte Siekmann: „Sowohl als auch. Das ist eine Frage der Einstellung. Doch ich denke, einen gewissen Ehrgeiz entwickeln schon alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Das Gesellige sollte dabei aber auch nicht zu kurz kommen.“ Damit sprach Siekmann auch das Verhältnis an, das zwischen der Stadtverwaltung und der Schützengesellschaft positiv ist.
Beide Parteien müssen sich annähern, denn das Volks- und Schützenfest in Burgdorf ist eine alte Tradition und wird von vielen Besuchern aus der ganzen Umgebung besucht. Es ist aber auch mit viel Arbeit, Straßensperrungen, Sperrung des Schützenplatzes als Parkfläche oder Hilfe von Seiten der Verwaltung und der Polizei Burgdorf verbunden. Das alles muss koordiniert werden und so muss die Stimmung zwischen Stadt und Schützen stimmen. Dazu Siekmann: „Die Zusammenarbeit ist konstruktiv und lösungsorientiert, insbesondere wenn es um organisatorische Dinge vor und während des Festes geht.“
Für alle Beteiligten ist die Schützenfestzeit eine stressige, aber auch eine schöne Zeit: „Sicher können alle Mitglieder von Vorstand und Festvorstand, aber auch von den einzelnen Korporationen, wenn sie ehrlich sind, nicht leugnen, dass ein gewisser Stressfaktor vorhanden ist. Jedoch überwiegen die positiven und schönen Dinge um, während und nach dem Schützenfest. Denn ansonsten würden sich die Personen, die Verantwortung tragen, nicht in den Dienst der Sache stellen. Und das ist auch gut so. Dieses verbinde ich mit der Hoffnung, dass es auch in Zukunft so bleiben wird“, so Siekmann.

Die Gewinner Iris Simanowsky und Cord-Christian Hansen mit der Rats- und Schützensscheibe.
Ehrenratsmitglied Günter Neben war bereits das 37. Mal beim Ratsschießen dabei, in diesem Jahr schaffte er den 44. Platz auf die Ratsscheibe und den 56. Platz auf die Schützenscheibe.
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