„Burgdorf International“ - von Bali bis Island

Die Balinesische Gemeinde Niedersachsen führte traditionelle heimatliche Tänze vor.
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BURGDORF (gb). Eigentlich sollte am vergangenen Sonntag die innerstädtische Grünanlage zwischen Schloss und der „Alten Landratsvilla“ (Rathaus I) der Schauplatz für das mit gebündelten Burgdorfer Kräften aufwändig organisierte „Internationale Picknick“ sein. Aber die launenhaften Wetterkapriolen des diesjährigen Sommers und das mittlerweile durch den häufigen Regen völlig aufgeweichte Schlossparkterrain veranlassten die Organisatoren, die Veranstaltung, die bereits im Vorfeld als ein besonderer Höhepunkt im Themenjahr „Burgdorf International“ bezeichnet worden war, ins und ans Jugendkulturzentrum Johnny B. an der Sorgenser Straße zu verlegen. Dort waren die Gastgeber und ihre Besucher zwar vor Wind, Regen und dem tiefen „Geläuf“ geschützt, aber es war eben leider im ursprünglichen Sinne kein „Picknick“ mehr.
Obwohl dem Event durch den kurzfristigen Szenenwechsel der Charme eines Treffens unter freiem Himmel im idyllischen Grünen genommen war, entwickelte sich das „internationale Frühstück mit künstlerischem, kulturellem und kulinarischem Rahmenprogramm“ zu einem lebhaften Rendezvous von zahlreichen Burgdorfer Bürgerinnen und Bürgern mit Menschen verschiedenster Volkszugehörigkeiten.
Dazu wurden von Kindern 94 Luftballons, die die Herkunftsländer symbolisierten, aus denen Personen aus unterschiedlichsten Gründen heraus und auf teils abenteuerlichsten (Um-)Wegen in die Auestadt gelangt sind, auf eine möglichst lange Reise in den blau-weißen Himmel über Burgdorf geschickt, dem hin und wieder dunkle Regenwolken bedrohlich nahe kamen. „Wenn nicht schon auf das Wetter, so kann sich Burgdorf doch immerhin auf sein spannendes Stadtklima verlassen. Unsere zahlreichen „International“-Projekte sind mit Nachhaltigkeit ausgestattet und demonstrieren ihren Reichtum an Menschen sowie eine Vielzahl von Kulturen, die in Burgdorf Nähe und Toleranz erzeugen“, zeigte sich Bürgermeister Alfred Baxmann in seiner Begrüßungsansprache überzeugt.
Mittelpunkt des bunten Treibens war die Saalbühne im Johnny B. Auf den „Brettern, die die Welt bedeuten“, zeigte die Folkloregruppe „Hellas“ traditionelle Volkstänze aus Griechenland, moderierte ein temperamentvoller Dr. Facko Traoré aus Mali eine westafrikanische Modenschau mit „grazilen Blumen der Savanne“ vom Hamburger Frauenverein „Balimaya Ton“ und die Tanzfraktion der Balinesischen Gemeinde Niedersachsen betörte die Besucher nicht nur mit ihrem schlangengleichen Reigen, sondern auch mit geheimnisvollen Räucherduft.
Von Duft konnte beim Verkosten von „Gammelhai“ wahrlich keine Rede sein. Diese isländische Spezialität wurde von Burgdorfs Handball-Idol Heidmar Felixson nicht nur den Neuzugängen des Bundesligisten TSV Hannover/Burgdorf, Jannis Fauteck und Nationalkeeper Martin Ziemer, sondern auch dem SPD-Europaabgeordneten und Burgdorfs Ortsvereinsvorsitzenden Bernd Lange, dem sozialdemokratischen Landtagskandidaten Hans-Jürgen Licht (Lehrte) sowie dem Heesseler SV-Vorsitzenden Rüdiger Zach serviert. „Den muss man unbedingt mit dem isländischen Aquavit „Brennivin“ nachspülen“, schwärmte Felixson.
Überhaupt war dieses Kulturevent ein höchst schmackhaftes Zusammentreffen von internationalen Kulinarien. Und es kam nicht selten vor, dass mancher Gast zum iberischen Serrano-Schinken, zur spanischen Chorizo oder zum persischen Kabab ein kühles griechisches Bier genoss. Weil Respekt und gegenseitiges Verständnis nicht nur durch Ohren und Augen, sondern auch durch den Magen geht. Wiederholung erwünscht!

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