Einblicke in das Leben vor 100 Jahren

Anhand von Schautafeln, Fotos und Exponaten vermittelt die Ausstellung „Faszination 20er Jahre“ im Stadtmuseum einen umfangreichen Einblick in das Leben vor rund 100 Jahren.
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  • Anhand von Schautafeln, Fotos und Exponaten vermittelt die Ausstellung „Faszination 20er Jahre“ im Stadtmuseum einen umfangreichen Einblick in das Leben vor rund 100 Jahren.
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Burgdorf (r/fh). Am verkaufsoffenen Sonntag, 13. März, öffnen die beiden Burgdorfer Museen durchgehend von 12 bis 18 Uhr. Es gilt die 3G-Regel, der Eintritt ist frei. Ein Besuch lohnt sich ganz besonders auch für Familien mit Kindern. Denn im Stadtmuseum, Schmiedestraße 6, gibt es begleitend zur neuen Ausstellung „Faszination 20er Jahre –Leben in der Weimarer Repu­blik“ eine Mitmachaktion und die KulturWerkStadt, Poststraße 2, zeigt weiterhin die Ausstellung „Lego Technic Welten“ mit Baggern, Kränen, Rennwagen und weiteren Modellen aus bunten Lego-Teilen.

Geschichte zum Miterleben

Die Ausstellung „Faszination 20er Jahre – Leben in der Weimarer Republik“ im Stadtmuseum beleuchtet die Epoche vor 100 Jahren in all ihren Widersprüchen: Kultur, Vergnügungen und technischer Fortschritt auf der einen Seite – die Folgen des Ersten Weltkriegs, Feindschaft gegenüber der jungen Demokratie und Wirtschaftskrise auf der anderen Seite.
Am verkaufsoffenen Sonntag können sich Kinder und ihre Eltern und Großeltern ab 14 Uhr mit historischen Kostümen im Stil der 1920er Jahre verkleiden, nostalgische Spiele jener Zeit kennenlernen und per Hand Kaffee mahlen. Auf diese Weise erhalten sie ganz praktische Einblicke in den Alltag jener Epoche. Die Veranstaltung wird vom Team des Historischen Museums Hannover gestaltet und betreut, das die Ausstellung zusammen mit dem Burgdorfer Verkehrs- und Verschönerungsverein (VVV) konzipiert hat.
Die enge Zusammenarbeit mit dem Historischen Museum ist in dieser Form eine Premiere. „Wir haben bei geschichtlichen Themen schon immer Mal Kontakt zu den Mitarbeitern aufgenommen oder uns einzelne Exponate ausgeliehen, aber in dieser Form gab es das noch nicht“, betont VVV-Geschäftsführer Gerhard Bleich. Möglich geworden ist das auch deshalb, weil das Historische Museum wegen einer anstehenden Sanierung derzeit nur eingeschränkt geöffnet ist und für mehrere Jahre ganz schließen muss. Bis zur Wiedereröffnung will das Team unter dem Motto „Geschichte unterwegs“ an unterschiedlichen Orten in der Stadt Hannover Ausstellungen, Vorträge und andere Veranstaltungen anbieten – und hat sich nun auch zu einem kleinen Ausflug nach Burgdorf bereit erklärt.
Schon bei der Vorbereitung haben sich der stellvertretende Leiter des Historischen Museums Andreas Fahl sowie Mitarbeiterin Eva Catherina Heesen aktiv eingebracht und eine Reihe von Ausstellungsstücken aus dem Magazin des Historischen Museums beigesteuert, unter anderem Mode und Kunst aus der damaligen Zeit, alte Radioapparate, Inflationsgeld, ein altes Motorrad und sogar ein komplettes bürgerliches Wohnzimmer mit typischen Einrichtungsgegenständen. „Das tut der Ausstellung sehr gut. Sie ist dadurch noch spannender geworden“, betont Bleich.
Anhand von Schautafeln, Fotos und Exponaten erhalten Besucher einen umfangreichen Einblick in die Zeit vor rund 100 Jahren. Politisch hatte es nach dem Ersten Weltkrieg mit der Gründung der Weimarer Republik einen demokratischen Neuanfang gegeben. Die Ausstellung zeichnet diese Entwicklung nach und beschäftigt sich mit der Frage, warum dieser Versuch scheiterte und 1933 in der Nazi-Diktatur endete. Die Ausstellung thematisiert aber auch Wirtschaft, Stadtentwicklung und Architektur, Kunst, Musik, Theater, Literatur und das Alltagsleben in dieser bewegten Epoche.
Zudem richtet sich der Fokus auf die 1920er Jahre in Burgdorf, die kommunalpolitisch durch die letzten sechs Amtsjahre des Bürgermeisters Heinrich Schuster geprägt waren. Er übernahm sein Amt 1889 und ging 1926 nach 37-jähriger Amtszeit in den Ruhestand. In dieser Zeit hatte er unter anderem den Bau eines städtischen Elektrizitätswerks und die Modernisierung der Infrastruktur eingeleitet.

Fahrzeuge und Maschinen aus Lego-Teilen

In der KulturWerkStadt werden vielfältige Bausätze von Lego Technic präsentiert. Die Bagger, Kräne, Helikopter und Mähdrescher sind nicht nur detailgetreu nachgebaut, sondern lassen sich mittels Elektroantrieb, Hydraulik und anderer Mechanismen auch wie ihre realen Vorbilder in Bewegung setzen. Alle Modelle stammen aus der Sammlung von Christian Lange und seiner Familie, die auch schon die Lego-Ausstellung rund um die Kultfilmserie Star Wars im vergangenen Jahr zusammengestellt hatte.
Der Ursprung der Sammlung von Christian Lange liegt im Jahr 1970. Als Siebenjähriger entdeckte der Diplom-Architekt seine bis heute andauernde Begeisterung für die Lego-Bausteine. Heute umfasst seine Privatsammlung mehr als 1200 Exponate, von denen er nun einige in der KulturWerkStadt zeigt. Unter der Bezeichnung Lego Technic bringt das dänische Unternehmen seit 1977 spezielle Konstruktionssätze mit Zahnrädern, Achsen, Gelenken und vielen weiteren Elementen heraus. Charakteristisch sind auch die Lochbalken, die sich nicht nur wie die klassischen Legosteine aufeinander stecken, sondern auch seitlich mit kleinen Stöpseln beweglich verbinden lassen.

Anhand von Schautafeln, Fotos und Exponaten vermittelt die Ausstellung „Faszination 20er Jahre“ im Stadtmuseum einen umfangreichen Einblick in das Leben vor rund 100 Jahren.
In der KulturWerkStadt sind in den Vitrinen vielfältige Modelle von Lego Technic zu sehen.
Autor:

Franka Haak aus Burgdorf

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