Wiedehopf wird Vogel des Jahres

Der Wiedehopf ist an seinem orangeroten Gefieder und seiner markanten Federhaube leicht zu erkennen. (Foto: Nabu/Cewe/Paul Gläser)

Fast 143.000 Menschen haben bei der öffentlichen Wahl von Nabu und LBV abgestimmt

Region (r/fh). Der Naturschutzbund (Nabu) und der Landesbund für Vogelschutz (LBV) aus Bayern küren den Wiedehopf zum Vogel Jahres 2022. Denn bei der öffentlichen Abstimmung hat er mit 45.523 Stimmen und damit einem Anteil von 31,9 Prozent klar den Schnabel vorn. Auf Platz zwei landet die Mehlschwalbe mit 34.773 Stimmen (24,4 Prozent) und auf Platz drei der Bluthänfling mit 28.442 Stimmen (19,9 Prozent). Seit 1971 vergeben der Nabu und der LBV regelmäßig den Titel "Vogel des Jahres". Zum 50. Jubiläum im vergangenen Jahr durften erstmals alle Interessierten darüber abstimmen. Aufgrund der guten Resonanz haben die beiden Vereine auch diesmal wieder die Öffentlichkeit beteiligt.
Der Wiedehopf gehört mit seinem orangeroten Gefieder und seiner markanten Federhaube zu den auffälligsten heimischen Vögeln. Doch die wenigsten, die den ihn gewählt haben, dürften ihn selbst einmal in der Natur gesehen haben. Denn er ist nicht nur sehr scheu, sondern auch überaus selten. In Deutschland gilt er als gefährdet, weil er immer weniger geeignete Lebensräume und Nahrung findet. Sein Bestand ist stark zurückgegangen. Bundesweit gibt es nach Schätzung des Nabu derzeit noch 800 bis 950 Brutpaare.
In Niedersachsen galt er bis 2005 als ausgestorben. Seitdem wächst die Population langsam wieder, weil Naturschützer geeignete Habitate wie Streuobstwiesen angelegt und Bruthöhlen aufgehängt haben. Gegenwärtig geht der Nabu davon aus, dass es im gesamten Bundesland 35 Brutpaare gebe.„Wer in Niedersachsen einen Wiedehopf zu Gesicht bekommt, sollte sich den Tag rot im Kalender anstreichen“, so Matthias Freter vom Nabu Niedersachsen.
Häufiger ist er am Kaiserstuhl in Baden-Württemberg, in Rheinhessen sowie der ehemaligen Bergbauregion Lausitz in Brandenburg und Sachsen anzutreffen. Dort ist das Klima für den wärmeliebenden Vogel geeignet. Nach jahrelangem Rückgang mache sich gegenwärtig wieder eine gegenläufige Tendenz bemerkbar. Zwar sinke die Zahl der Brutpaare nach wie vor, gleichzeitig wachse aber das Verbreitungsgebiet. "Ein klares Anzeichen des Klimawandels ist", sagt so Nabu-Bundesgeschäftsführer Leif Miller
Der Wiedehopf ist ein Zugvogel und verbringt den Winter in Afrika. In seinem Sommerquartier in Deutschland benötigt er halboffene bis offene Landschaften und ernährt sich hauptsächlich von größeren Insekten und ihren Larven. Auf seinem Speiseplan stehen unter anderem Käfer, Grillen, Heuschrecken und Schmetterlingsraupen. Deshalb leidet er unter dem Einsatz von Pestiziden und dem Rückgang der Insekten. Sein wissenschaftlicher Name "Upupa epops" leitet sich von seinem dreisilbigen „upupup“-Balzruf ab.
Viele Menschen dürften den neuen Jahresvogel aus der „Vogelhochzeit“ von Hoffmann von Fallersleben kennen. In dem Kinderlied bringt der Wiedehopf „der Braut den Blumentopf“. Mancher kennt vielleicht auch die Redewendung „Du stinkst wie ein Wiedehopf“. Sie kommt daher, weil Weibchen und Jungvögel mit einem stark riechenden Sekret Feinde vom Nest vertreiben.