Wie steht es um die Blaumeise?

Von einem ruhigen Plätzchen aus können die Vögel im Garten beobachtet werden - allein oder gemeinsam mit der Familie. (Foto: Nabu/Sebastian Hennigs)

Der Naturschutzbund ruft wieder zur Stunde der Gartenvögel auf / Interessierte können sich vom 8. bis 10. Mai beteiligen

REGION (r/fh). Von einem ruhigen Plätzchen im Garten, auf dem Balkon oder auch am Zimmerfenster können Naturfreunde wieder die Vögel beobachten und ihre Ergebnisse dem Nabu melden. Denn vom 8. bis zum 10. Mai ruft der Naturschutzbund zusammen mit der Naturschutzjugen (Naju) und dem Landesbund für Vogelschutz (LBV) zur Stunde der Gartenvögel auf. Wer teilnehmen möchte, notiert von jeder Vogelart die höchste Anzahl, die im Laufe einer Stunde gleichzeitig beobachtet werden konnte. Die Ergebnisse können auf der Internetseite www.stundedergartenvoegel.de gemeldet werden oder über die Nabu-App auf dem Smartphone. Am 9. Mai ist außerdem von 10 bis 18 Uhr eine kostenlose Rufnummer geschaltet unter (0800) 1157115.
Der Nabu hofft auf eine rege Beteiligung. „Die Stunde der Gartenvögel hat schon in den vergangenen Jahren starke Teilnehmerzuwächse zu verzeichnen. Das ist ein gutes Zeichen für das große Interesse an der heimischen Natur und darüber freuen wir uns sehr“, so Matthias Freter vom Nabu Niedersachsen. Angesichts der Corona-Epidemie und der damit einhergehenden Ausgangsbeschränkungen hätten viele Menschen den Wert der Natur noch einmal neu zu schätzen gelernt. „Wir hoffen, dass sich das auch bei der Vogelzählung niederschlägt“, sagt Freter und ergänzt: „Je mehr Menschen teilnehmen, umso aussagekräftiger sind die gewonnenen Ergebnisse.“
Vor allem auf die Ergebnisse zur Blaumeise wartet der Nabu mit besonderer Spannung und Sorge. "Diese häufige und beliebte Vogelart ist derzeit in Teilen der Republik durch ein auffälliges Massensterben aufgrund einer bisher unbekannten Krankheit bedroht“, begründet Freter. Innerhalb von nur sechs Tagen, über das Osterwochenende, seien 10.000 Meldungen mit etwa 20.000 toten oder kranken Meisen eingegangen. In Niedersachsen stammten die meisten Meldungen aus den Landkreisen Ammerland und Oldenburg. "Die kommende Zählung im Mai wird uns Auskunft darüber geben, ob sich dies in den Bestandstrends der Blaumeisen in den besonders betroffenen Gebieten widerspiegelt", so der Experte.
Mehr als 9.600 Menschen haben im vergangenen Jahr allein in Niedersachsen bei der Stunde der Gartenvögel ehrenamtlich Daten erhoben und dadurch wichtige Informationen darüber geliefert, wie es den verschiedenen Vogelarten geht. Insgesamt erfolgten aus über 6.400 Gärten Meldungen zu Vogelvorkommen. Der häufigste niedersächsische Gartenvogel 2019 war der Haussperling, gefolgt von Amsel, Kohlmeise, Star und Blaumeise. Deutschlandweit beteiligten sich über 76.000 Vogelfreunde an der Aktion.
Aktuelle Zwischenstände und erste Ergebnisse sind ab dem ersten Zähltag auf www.stundedergartenvoegel.de abrufbar und können mit vergangenen Jahren verglichen werden. Ein Infopaket zur Stunde der Gartenvögel mit weiteren Informationen samt Zählhilfe und Gartenvogelporträts ist erhältlich gegen 5 Euro an: NABU Niedersachsen, Stichwort ‚Stunde der Gartenvögel‘, Alleestraße 36, 30167 Hannover.