Wer kommt zum Futterhäuschen?

Bei der "Stunde der Wintervögel" möchte der Nabu in diesem Jahr herausfinden, ob sich die Epidemie im Frühjahr nachhaltig auf den Bestand der Blaumeisen ausgewirkt hat. (Foto: Pixabay)

Nabu ruft zur großen Zählaktion "Stunde der Wintervögel" auf / Teilnahme ist vom 8. bis 10. Januar möglich

Region (r/fh). Wer lässt sich trotz der eher milden Temperaturen am Futterhäuschen blicken? Und verzichtet der ein oder andere vielleicht sogar auf den weiten Flug in den Süden, weil auch hierzulande kein anhaltender Frost in Sicht ist? Antworten auf diese und viele weitere Fragen soll die "Stunde der Wintervögel" liefern. Zu dieser Zählaktion rufen erneut der Naturschutzbund (Nabu) und seine Jugendorganisation Naju auf. Sie findet vom 8. bis zum 10. Januar 2021 statt.
Bundesweit können Interessierte dann eine Stunde lang die Vögel im Garten, auf dem Balkon oder im Park zählen und dem Nabu melden. Von einem ruhigen Beobachtungsplatz aus notieren sie von jeder Art die höchste Anzahl, die sie im Laufe einer Stunde gleichzeitig sichten. Die Ergebnisse können unter www.NABU.de/onlinemeldung bis zum 18. Januar gemeldet werden. Zudem ist für telefonische Meldungen am 9. und 10. Januar jeweils von 10 bis 18 Uhr die kostenlose Rufnummer (0800) 1157115 geschaltet. Auch über die NABU-App „Vogelwelt“ kann gemeldet werden.
Im Januar 2020 beteiligten sich an der Aktion mehr als 143.000 Menschen, über 15.000 davon allein in Niedersachsen. Der Haussperling ergatterte damals den Spitzenplatz als häufigster Wintervogel in Niedersachsens Gärten, gefolgt von der Kohl- und Blaumeise. Besonders spannend ist für die Nabu-Experten, ob die Blaumeise ihren dritten Platz in diesem Jahr halten kann oder ob die Epidemie, die im Frühjahr durch das Bakterium Suttonella ornithocola ausgelöst wurde, noch nachwirkt. Bei der "Stunde der Gartenvögel" im Mai wurden merklich weniger Blaumeisen gezählt als in vergangenen Jahren.
Aber auch langfristige Trends lassen sich aus der "Stunde der Wintervögel" ablesen, die jetzt bereits zum elften Mal stattfindet. So zeigt sich, dass in kalten und schneereichen Wintern deutlich mehr Vögel in die Nähe der Menschen kommen, um Futter zu suchen. Die lange Reihe zunehmend milder Winter führte zuletzt zu sinkenden Wintervogelzahlen. Um weitere Erkenntnisse zu gewinnen, hofft der Nabu auch in diesem Jahr auf rege Beteiligung. „Damit kann jede und jeder mithelfen, eine detaillierte Momentaufnahme der Vogelwelt in unseren Städten und Dörfern zu ermöglichen“, sagt Philip Foth vom Nabu Niedersachsen und ergänzt: „Die so erfassten Daten tragen dazu bei, unsere heimischen Vögel besser zu schützen.“
Weitere Infos gibt es unter www.stundederwintervoegel.de.