Wer findet einen Eichelhäher?

Bei der "Stunde der Wintervögel" können Interessierte im Garten, Park oder auf dem Balkon beobachten und zählen. (Foto: Nabu)
 
Bei der "Stunde der Wintervögel" erhofft sich der Nabu diesmal insbesondere Erkenntnisse über den Eichelhäher. (Foto: Nabu)

Der Nabu veranstaltet vom 10. bis 12. Januar die "Stunde der Wintervögel" / Schulklassen können sich bereits an den Tagen davor beteiligen

REGION (r/fh). Wer flattert denn da durch den winterlichen Garten? Der Niedersächsische Naturschutzbund (Nabu) und seine Jugendorganisation Naju rufen wieder zur "Stunde der Wintervögel" auf. Sie findet vom 10. bis zum 12. Januar 2020 statt. Bundesweit können Interessierte dann eine Stunde lang die Vögel am Futterhäuschen, im Garten, auf dem Balkon oder im Park zählen und dem Nabu melden. Von einem ruhigen Beobachtungsplatz aus wird von jeder Art die höchste Anzahl notiert, die im Laufe einer Stunde gleichzeitig zu beobachten ist. Die Beobachtungen können unter www.stundederwintervoegel.de bis zum 20. Januar gemeldet werden. Zudem ist können sie am 11. und 12. Januar jeweils von 10 bis 18 Uhr unter der kostenlosen Telefonnummer (0800) 1157115 durchgegeben werden.
Im Januar 2019 beteiligten sich in Niedersachsen über 15.400 Menschen an dieser Aktion. Insgesamt gingen Meldungen aus über 10.100 Gärten ein. Der Haussperling ergatterte damals den Spitzenplatz als häufigster Wintervogel in Niedersachsens Gärten, Kohlmeise und Blaumeise folgten auf Platz zwei und drei. Deutschlandweit beteiligten sich über 138.000 Menschen an der Aktion, der Haussperling war auch dort häufigster Wintervogel, gefolgt von Kohlmeise und Feldsperling.
In diesem Jahr könnte die Zählung unter anderem Aufschluss darüber geben, wie sich der zweite Dürre-Sommer in Folge auf die heimische Vogelwelt auswirkt. Außerdem erhoffen sich die Naturschützer auch Erkenntnisse über den Eichelhäher geben. „Im Herbst haben wir einen massiven Einflug dieser Art nach Deutschland und Mitteleuropa beobachtet“, sagt Philip Foth vom Nabu Niedersachsen. „Im September waren es über zehnmal so viele Vögel wie jeweils im gleichen Monat der vergangenen sieben Jahre. Im Oktober registrierten Vogelzugzählstationen sogar 16 Mal so viele Eichelhäher. Ähnlich hohe Zahlen gab es zuletzt 1978.“
Als Grund vermuten die Ornithologen, dass es 2018 in Nordosteuropa eine sogenannte Eichelvollmast gab, also besonders viele Eicheln herangereift sind. So konnten deutlich mehr Eichelhäher den vergangenen Winter überleben und in diesem Jahr brüten. „Viele dieser Vögel sind nun zu uns gezogen, weil in ihren Herkunftsgebieten nicht mehr genug Nahrung für alle Vögel vorhanden ist“, erklärt Philip Foth und ergänzt: "Seit die Eichelhäher nicht mehr aktiv wandern, scheinen sie jedoch wie vom Erdboden verschluckt." Die "Stunde der Wintervögel" könne nun zeigen, wo sie geblieben sind. Es sei wahrscheinlich, dass sie sich in den Wäldern und Gärten des Landes verteilt haben.
Kinder und Jugendliche haben auch die Möglichkeit, sich in der Zeit vom 6. bis 10. Januar an der „Schulstunde der Wintervögel“ zu beteiligen. Dafür bietet die Naju auf ww.NAJU.de/SdW Zählkarten, ein Poster und ein Wintervogel-Quiz für Kindergruppen und Schulklassen an. Bei fünf Aktionen lernen sie Vögel und ihre Anpassungsstrategien an die kalte Jahreszeit kennen. Die Zählergebnisse der Kinder fließen ebenfalls in die Auswertung ein.
Der Nabu Niedersachsen bietet zur Mitmachaktion „Stunde der Wintervögel“ ein Paket mit weiteren Informationen samt Zählhilfe und Gartenvogelporträts sowie Tipps zur Winterfütterung gegen einen Fünf-Euro-Schein an: NABU Niedersachsen, Stichwort ‚Stunde der Wintervögel‘, Alleestraße 36, 30167 Hannover.