Virusmutationen keine Einzelfälle mehr

Region Hannover setzt Quarantänezeit wieder auf 14 Tage hoch / Besondere Strategie für Schulen

Region (r/fh). Infektionen mit der britischen Virusmutation B1.1.7 sind in der Region Hannover keine Einzelfälle mehr. Das ist das Ergebnis einer Reihenuntersuchung von Proben aus der vorletzten Woche. Von ursprünglich 100 positiven Proben mit ausreichend hoher Viruslast konnten 74 so präpariert werden, dass die vertiefte Analyse möglich war. In 32 Fällen wurde die britische Virusmutationen B1.1.7 identifiziert werden, in zwei weiteren Fällen andere Mutationen, die jetzt näher untersucht werden müssen. „Wir müssen also annehmen, dass sich der Anteil der Mutationen deutlich im zweistelligen Prozentbereich bewegt“, sagt Cora Hermenau, Gesundheitsdezernentin der Region Hannover. Bislang sind 137 Fälle mit dem Virus B 1.1.7 in digitalen System der Region Hannover erfasst.
Vor diesem Hintergrund setzt die Region Hannover die Quarantänezeit für enge Kontaktpersonen von Infizierten, die sogenannten K1-Kontakte, jetzt auf 14 Tage hoch.  Ein Freitesten durch einen Schnelltest nach zehn Tagen sei dann bis auf weiteres nicht mehr möglich. Das gilt unabhängig davon, ob bei dem jeweiligen Infizierten eine Mutation nachgewiesen ist. „Solange noch nicht alle Labore in der Lage sind, auch kurzfristig einen relevanten Teil der Proben auf Mutationen zu untersuchen, und wir daher nicht wissen, bei wem eine mutierte Virusvariante vorliegt, müssen wir unsere Gesamtstrategie anpassen“, erklärt Andreas Kranz, Leiter des Fachbereichs Öffentliches Gesundheitswesen. Erst wenn sich die Analysemöglichkeiten verbesserten, könne die Region differenzierter vorgehen.
Sobald eine Infektion an einer Schule festgestellt wird, wird für alle Kontaktpersonen ersten Grades (K1) eine PCR-Testung organisiert, um mögliche Ansteckungen auszuschließen. Positiv vorliegende Befunde werden, soweit möglich, auf eine eventuelle Mutation überprüft. „Das ist eine Vorsichtsmaßnahme, bis wir mehr über die tatsächlichen Risiken wissen, die die neuen Virusformen mit sich bringen“, betont Hermenau. Erste Erfahrungen machen indes Hoffnung: „Wir haben in einer Grundschule, in der ein Kind mit der britischen Virusmutation infiziert ist, alle K1-Kontakte getestet. Nur ein Fall war positiv und dabei handelte es sich um einen privaten Kontakt, sodass wir nicht von einer Ansteckung in der Schule ausgehen“, berichtet Marlene Graf, ärztliche Leiterin des Gesundheitsamts.