Sechsbeiner und Co. zählen

Der Nabu ruft dazu auf, eine Stunde lang Insekten zu zählen. (Foto: NABU/martinellifoto)
 
Der Kleine Fuchs gehört zu den häufigsten Insektenarten in Deutschland. (Foto: Nabu/Helge May)

Der Nabu ruft zur zweiten Runde des Insektensommers auf

Region (r/fh). Der Insektensommer geht in die zweite Runde: Noch einmal ruft der Nabu dazu auf, Bienen, Schmetterlinge, Käfer und all die anderen kleinen Tierchen mit sechs (oder mehr) Beinen zu zählen. Die Aktion findet vom 31. Juli bis 9. August statt. 
Wer mitmachen möchte, sollte sich in diesem Zeitraum an einem warmen, sonnigen und trockenen Tag einen geeigneten Beobachtungsort suchen, beispielsweise im Garten, auf dem Balkon oder auf einer Wiese. Dort kann er dann eine Stunde lang in einem Umkreis von höchstens zehn Metern alle Insekten notieren, die er entdeckt. Das sei genug Raum für viele interessante Insektenfunde.  "Schauen Sie ruhig einmal in die Blumentöpfe, an Bäumen oder unter Steinen nach", fordert der Nabu auf seiner Internetseite auf. Wer Lust und Zeit hat, kann auch an mehreren Orten beobachten, muss dann aber jedes Mal eine separate Meldung abgeben.
Bei mobilen Arten wie Schmetterlingen oder Hummeln soll jeweils die größte gleichzeitig anwesende Zahl von Tieren notiert werden, um Doppelzählungen zu vermeiden. "Wenn am Anfang der Beobachtungszeit ein Kohlweißling vorbeifliegt und eine halbe Stunde später noch einmal einer, könnte es beide Mal der selbe sein", heißt es zur Erläuterung Zu melden ist in diesem Fall also nur ein Kohlweißling.
Der Insektensommer findet dieses Jahr zum dritten Mal statt. Im vergangenen Jahr beteiligten sich 16.300 Menschen mit über 6.300 Beobachtungen. Mit der Aktion möchte der Nabu den Menschen die Augen für die Wunder direkt vor ihrer Haustür öffnen. Die Natur auf diese Weise zu entdecken, sei eine schöne Unternehmung für die ganze Familie. Gleichzeitig helfen die gesammelten Daten den Naturschützern dabei, die Insektenentwicklung in Deutschland besser zu verstehen.
Der Naturschutzbund engagiert sich seit eigenem Bekunden seit Jahren für den Schutz der Insekten. "Sie sind unverzichtbar für die Menschen und die gesamte Natur. In unseren Ökosystemen tragen sie zur Vermehrung von Pflanzen sowie zur Fruchtbarkeit des Bodens bei",  so Matthias Freter vom Nabu Niedersachsen. Studien zeigten, dass die Insekten in Deutschland deutlich zurückgehen. Intensive Landwirtschaft, der Einsatz von Pestiziden und die Ausräumung der Landschaft seien nur einige Gründe dafür.
Auch die Schmetterlinge seien davon betroffen. Nach den Käfern sind sie die artenreichste Insektenordnung überhaupt und umfassen allein in Deutschland mehr als 3.700 Arten. Doch das Bundesamt für Naturschutz in Bonn meldet, dass bereits mindestens 60 Schmetterlingsarten in Deutschland vollständig ausgestorben sind; 494 weitere Arten seien vom Aussterben bedroht oder stark gefährdet.
Zusätzlich stellt der Nabu in diesem Jahr eine besondere Beobachtungsaufgabe: Die Teilnehmer sollen melden, ob sie den einheimischen Sieben-Punkt-Marienkäfer oder den erst vor wenigen Jahren vom Menschen eingeführten Asiatischen Marienkäfer häufiger entdeckt haben. Vielerorts verdränge der Asiatische Marienkäfer den Siebenpunkt und andere einheimische Marienkäferarten. Darüber will der Nabu beim Insektensommer neue Erkenntnisse gewinnen.
Auf der Internetseite www.nabu.de (>Tiere und Pflanzen > Aktionen und Projekte > Insektensommer) finden Interessierte Zählhilfen für die Aktion. Außerdem stellt der Nabu dort einige der häufigsten Insektenarten vor und gibt Tipps, woran man sie erkennt. „Das tolle am Insektensommer ist, dass alle, völlig unabhängig von Vorkenntnissen, mitmachen können“, so Matthias Freter vom Nabu.