Pläne für örtliches Impfzentrum

Region und Stadt Hannover wählen Messegelände als zentralen Standort

Region (r/fh). Die Europäische Union hat bereits Verträge für mehrere aussichtsreiche Corona-Impfstoffe abgeschlossen. Wenn die Zulassung erfolgt, könnten erste Dosen bereits im Dezember verfügbar sein. Damit diese dann auch vor Ort schnell verabreicht werden können, hat das Land die örtlichen Katastrophenschutzbehörden angewiesen, Impfzentren aufzubauen. Die Region Hannover und die Landeshauptstadt kommen dem jetzt nach und haben am heutigen Montag, 30. November, ihre Pläne vorgestellt.
Um den ambitionierten Zeitplan einzuhalten und Ressourcen zu bündeln wollen sie kooperieren und bis zum 15. Dezember gemeinsam ein Impfzentrum auf dem Messegelände errichten. Das Messegelände sei als Standort besonders geeignet, weil es über eine gute Verkehrsanbindung und genügend Parkmöglichkeiten verfügt - eine wichtige Voraussetzung nicht nur für Mitarbeiter und Patienten, sondern auch für die Anlieferung des Impfstoffs. Auch technische Anschlüsse, sanitäre Anlagen und ein barrierefreier Zugang seien gewährleistet. „Es bietet zudem die Möglichkeit, das Zentrum weiter auszubauen, wenn es nötig ist“, erläutert Cordula Drautz, Finanz- und Gebäudedezernentin der Region Hannover.Als weiterer möglicher Standort werde das Congress Centrum (HCC) geprüft.
Beim Aufbau und Betrieb des Impfzentrums setzen Stadt und Region sowohl auf die Berufsfeuerwehr als auch auf Ehrenamtliche der Hilfsdienste. Darüber hinaus sollen, wie in den Vorgaben des Landes gefordert, auch acht mobile Impfteams eingesetzt weren, die Menschen aufsuchen, denen der Weg zur Messe nicht zuzumuten sei. "Das Impfzentrum ist ein erster Schritt, damit wir im Verlauf des nächsten Jahrs hoffentlich wieder zu mehr Normalität kommen. Die Isolation und die Angst vor Begegnung mit anderen sind auf Dauer eine Belastung für jeden und jede einzelne und für und gesamte Gesellschaft", betont Regionspräsident Hauke Jagau.
Bei dem Termin wurde aber auch klar, dass noch viele Punkte offen sind. Mit Blick auf die Frage, wer die Kosten trage, fordert der Ordnungsdezernent der Landeshauptstadt HannoverAxel von der Ohe vom Land Niedersachsen Klarheit. Für eine erfolgreiche Bewältigung der Aufgaben müssten die beauftragten Behörden zudem Planungssicherheit haben in Bezug auf alle Leistungen, die das Land Niedersachsen selbst erbringen wolle, zum Beispiel Impfstofflogistik, Transport und Terminmanagement. „Außerdem brauchen wir eine Vorgabe der Ständigen Impfkommission (StIKo) zur Reihenfolge der zu impfenden Gruppen“, so von der Ohe.