Neues Programm für Sozialwohnungen

Region legt umfangreiches Förderpaket auf, um Vermietern Belegungsrechte abzukaufen

Region (r/fh). Schon seit längerem ist klar, dass zusätzliche Sozialwohnungen für Menschen mit geringem Einkommen und in schwierigen persönlichen Situationen benötigt werden. Aus dem Wohnraumförderkonzept geht nun hervor, dass bis zum Jahr 2025 in der Region insgesamt 13.000 solcher Wohnungen fehlen. Um dem entgegenzuwirken, will die Region nicht nur entsprechende Neubauprojekte fördern, sondern sie sucht jetzt auch Vermieter, die bestehende Wohnungen bereitstellen. Dafür hat sie ein neues Förderprogramm aufgelegt und plant für die nächsten fünf Jahre insgesamt 15,5 Millionen Euro ein.
Dieses Geld will sie nutzen, um Vermietern für eine Laufzeit von fünf bis 30 Jahren die Belegungsrechte für Wohnungen abzukaufen. Demnach entscheiden dann nicht mehr die Vermieter, sondern die Regionsverwaltung, wer einziehen kann. „Es geht vor allem um Menschen, die es nicht leicht haben, auf dem freien Wohnungsmarkt eine Wohnung zu finden. Dazu gehören zum Beispiel wohnungslose oder von Wohnungslosigkeit bedrohte Haushalte oder auch Frauen, die nach einem Aufenthalt in einem Frauenhaus eine eigene Wohnung brauchen“, erklärt Sozialdezernentin Andrea Hanke.
Im Gegenzug garantiert die Region, während der ersten fünf Jahre Mietrückstände zu übernehmen - und zwar auch bei Leerstand. „Für die Vermieterinnen und Vermieter besteht mit diesem Paket eine dauerhafte finanzielle Sicherheit. Sie sind gut abgesichert und haben immer zuverlässige Ansprechpartner in uns“, wirbt Hanke. Je nach Bindungslaufzeit zahlt die Region außerdem einen monatlichen Zuschuss zusätzlich zur ortsüblichen Miete: bei fünf bis neun Jahren Laufzeit 2 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche, bei einer Bindungslaufzeit von zehn bis 30 Jahren 2,50 Euro. Außerdem stehen je Wohnung bis zu 10.000 Euro Instandsetzungskosten bereit, falls ein Mieter einen Schadensfall verursachen sollte und weitere 10.000 Euro, wenn beispielsweise die Badezimmerausstattung nicht dem Standard entspricht und angepasst werden muss.
So hat sich die Region das Ziel gesetzt, in den nächsten fünf Jahren jährlich 80 neue Belegrechtswohnungen zu gewinnen. „Derzeit haben wir 28 Belegrechtswohnungen im Bestand und 730 Belegungsbindungen im Neubau. Das reicht bei weitem nicht“, so Hanke.
Ergänzend ist eine Koordinierungsstelle zur Wohnraumversorgung im Fachbereich Soziales geplant. Damit sollen die Wohnraumakquise sowie der Ausbau des Netzwerks rund um das Thema sozialer Wohnraum künftig in einer Hand liegen. „Wir wollen die Zusammenarbeit mit der Wohnungswirtschaft und den freien Trägern intensivieren und die Möglichkeiten schaffen, Haushalten mit erhöhtem Unterstützungsbedarf soziale Betreuung an die Seite zu stellen. So kann es gelingen, möglichst vielen Menschen mit geringem Einkommen ein sicheres und langfristiges Zuhause zu schaffen“, sagt Thomas Heidorn, Leiter des Fachbereichs Soziales der Region Hannover.
Interessierte Vermieterinnen und Vermieter können sich an die Region Hannover wenden: Dunja Lüke vom Team Wohnen berät unverbindlich unter Telefon (0511) 61623122 oder per E-Mail an dunja.lueke@region-hannover.de.