Modellprojekte für den Nahverkehr geplant

Verkehrsplanerin Tanja Göbler und Verkehrsdezernent Ulf-Birger Franz von der Region Hannover präsentieren die neue HannoverCard 50. (Foto: Region Hannover/Carmen Pförtner)

Region bewirbt sich um Fördermittel des Bundes / Mit HannoverCard 50 können Kunden beim Ticketkauf sparen

Region (r/fh). Mit mehreren Modellprojekten zur Stärkung des öffentlichen Nahverkehrs bewirbt sich die Region Hannover um Fördergelder des Bundesverkehrsministeriums. So soll beispielsweise der Bedarfsverkehr mit den "sprinti"-Kleinbussen auf alle Kommunen in der Tarif-Zone C ausgeweitet werden. Ab Juni dieses Jahres wird das Angebot unter anderem in Sehnde getestet. Mit der Erweiterung würde es dann beispielsweise auch in Lehrte, Burgdorf, Uetze und Großburgwerdel zum Einsatz kommen. Die Kunden können die Fahrten mit der GVH-App buchen und werden dann ohne Aufschlag zum Normaltarif von dem Kleinbus in Haustürnähe abgeholt.
Außerdem soll eine neue HannoverCard 50 nach dem Vorbild der BahnCard eingeführt werden. Sie richtet sich vor allem an Kunden, für die sich eine Monatskarte nicht lohnt. Die HannoverCard 50 kostet 10 Euro pro Monat. Dafür können Inhaber GVH-Fahrscheine dann zum halben Preis erwerben. Damit wolle die Region Hannover Gelegenheitskunden noch besser an den Nahverkehr binden. "Dies ist Teil eines 'Post-Corona-Pakets', mit dem die Region in der Zukunft die Fahrgastzahlen wieder deutlich steigern möchte", heißt es in einer Pressemitteilung.
Mit modernen Mobilstationen an Bahnhöfen und Stadtbahnstationen will die Region insbesondere die Verbindung von Rad- und Nahverkehr komfortabler gestalten. Schon jetzt gibt es vielerorts Bike&Ride-Anlagen. Einige von ihnen könnten ausgebaut werden, sodass dort beispielsweise E-Bikes- und Mobiltelefone aufgeladen, Reifen aufgepumpt, kleine Reparaturen erledigt und Regenkleidung sicher zwischengelagert werden kann. Auch Bikesharing, also ein Leihfahrrad-System, oder ein Aufenthaltsbereich könnten eingerichtet werden.
Mit bis zu 30 Millionen Euro pro Antragsteller und einer Förderquote bis zu 95 Prozent, wenn auch noch Landesmittel fließen, unterstützt der Bund Konzepte, die die CO2-Emissionen im Verkehrsbereich nachhaltig reduzieren. „Wir werden noch im März Anträge für die vorgesehenen Teilvorhaben und Maßnahmen beim Ministerium einreichen", kündigte der Verkehrsdezernent der Region Hannover, Ulf-Birger Franz an: „Das vom Fördermittelgeber von den Antragstellern geforderte Gesamtkonzept für eine nachhaltige Mobilität liegt für die Region mit dem Zehn-Punkte-Programm zur Verkehrswende vor, hinterlegt mit dem Verkehrsentwicklungsplan pro Klima. Unsere Ziele sind klar definiert, weitere Hilfestellungen und finanzielle Mittel, um die vorgesehenen Maßnahmen auch in anderer Dimension umzusetzen, wären dabei hilfreich.“