Mehr Waldvögel am Futterhäuschen

Der Eichelhäher wurde bei der "Stunde der Wintervögel" in diesem Jahr etwas häufiger in den Gärten gesichtet. (Foto: Nabu)

Der Nabu Niedersachsen zieht nach der Zählaktion Bilanz

Region (r/fh). Bei der Stunde der Wintervögel haben die Teilnehmer diesmal durchschnittlich wieder etwas mehr Vögel und mehr unterschiedliche Arten gesichtet als im vergangenen Jahr. Insgesamt sind 176.000 Naturfreunde dem Aufruf des Nabu und des bayrischen Landesbundes für Vogelschutz (LBV) gefolgt und haben für eine Stunde ihren Beobachtungsposten im Garten, auf dem Balkon oder in einem Park bezogen.
Je Zählstandort wurden rechnerisch 35,5 Vögel gemeldet –durchschnittlich einer mehr als im vergangenen Jahr. Doch die Zahl liegt wieder deutlich unter dem Mittelwert der bisherigen Aktionsjahre. Bei der Premiere 2011 waren noch 46 Vögel gezählt worden. Seitdem beobachtet der Nabu mit leichten Schwankungen eine abnehmende Tendenz.
Im Vergleich zu 2021 wurden diesmal vor allem typische Waldarten etwas häufiger beobachtet, wie Kernbeißer, Kleiber, Eichelhäher, Bunt- und Mittelspecht sowie Tannen-, Blau- und Kohlmeise. „Sie haben sich vermehrt in Gärten und Parks zur Nahrungssuche eingefunden. Ursache dafür könnten weniger Baumfrüchte in den Wäldern als in anderen Wintern sein“, so Rüdiger Wohlers vom Nabu Niedersachsen. Die bundesweite Top Ten der häufigsten Arten führt aber wieder der Haussperling an, gefolgt von Kohlmeise, Blaumeise und Amsel.
Weniger häufig gesehen wurden in diesem Jahr hingegen Arten, die sich, oft in Trupps, als Wintergäste in Deutschland aufhalten und vermutlich aufgrund der milderen Winter weniger Zugtendenzen zeigen. Dazu gehören Erlen- und Birkenzeisig, Rot-, Sing- und Wacholderdrossel. „Einige dieser Arten sind mutmaßlich Klimaverlierer, da sich durch die sich verändernden Bedingungen ihr Verbreitungsgebiet verkleinert“, erklärt Wohlers.
In Niedersachsen haben 17.814 Menschen bei der Stunde der Wintervögel mitgemacht. „Die Zahlen freuen uns sehr – es sind die zweitbesten Teilnehmendenzahlen in der Geschichte der Aktion“, so Wohlers. „Nur 2021 waren es mit rund 236.000 bundesweit und 23.500 Menschen in Niedersachsen mehr Teilnehmende, was wir vor allem auf die Ausnahmesituation des Corona-Lockdowns zurückführen.“