Mehr Arbeitslose und viele Kurzarbeiter

Die Schutzmaßnahmen wegen der Corona-Epidemie wirken sich auch auf die Beschäftigung in der Region aus

REGION (r/fh). Im März und April haben über 10.000 Unternehmen in der Region Hannover Kurzarbeit angemeldet, betroffen sind davon rund 160.000 Arbeitnehmer. „Die jetzige Situation ist mit bisherigen Erfahrungen am Arbeitsmarkt nicht vergleichbar", sagt Heike Döpke, Geschäftsführerin der Agentur für Arbeit Hannover. Selbst in Folge der Finanzkrise sei es nur ein Bruchteil dessen gewesen: Damals hatten in der Jahressumme 1.125 Unternehmen Kurzarbeit für rund 35.000 Beschäftige angekündigt.
Um die Vielzahl von Anträgen jetzt möglichst schnell bearbeiten zu können, hat die Arbeitsagentur Döpke zufolge Mitarbeiter aus anderen Bereichen abgezogen, beispielsweise aus dem persönlichen Kundenverkehr, der zur Zeit stark eingeschränkt ist. So sei das Team für die Kurzarbeitsanträge um das Zehnfache auf jetzt rund 270 Personen verstärkt worden. Außerdem hätten an bisher drei Samstagen jeweils rund 100 Mitarbeiter freiwillig Überstunden gemacht, um die Mehrarbeit zu bewältigen. „Wir haben dafür vorgesorgt, unsere Bearbeitungszeit weiter unter zehn Tagen zu halten. Zur Zeit liegt sie bei vier Tagen", betont Döpke.
Das Kurzarbeitergeld habe viele Unternehmen in die Lage versetzt, ihre Mitarbeiterschaft zu halten „Wir wissen, dass die Liquidität der Unternehmen eine Achillesverse ist, die nicht reißen darf. Mit Kurzarbeitergeld retten wir Arbeitsplätze", sagt Döpke.
Trotzdem ist die Arbeitslosenquote in der Region zuletzt deutlich angestiegen, nämlich auf 7,2 Prozent im Vergleich zu 6,3 Prozent vor einem Jahr. Im November waren noch unter 39.000 Personen arbeitslos gemeldet gewesen - so wenig wie nie in den vergangen zehn Jahren. Im April kletterte der Wert nun hingegen auf 45.500. Das waren nicht nur 4.800 mehr als im März und 5.900 mehr als vor einem Jahr, sondern sogar etwas mehr als in Folge der Finanzkrise: Im April 2009 gab es damals 45.089 Arbeitslose. „Auch wenn diese Zahlen sehr hoch sind, hat das Kurzarbeitergeld dennoch schlimmeres verhindert", zeigt sich Döpke überzeugt.