Luca-App zur Kontaktverfolgung

Nutzer können das Programm kostenlos auf ihr Smartphone herunterladen

Region (r/fh). Das Gesundheitsamt der Region Hannover kann zur Kontaktnachverfolgung ab sofort auch auf Daten der Luca-App zurückgreifen. Das Land Niedersachsen hat dafür kürzlich einen einjährigen Nutzungsvertrag mit den Anbietern geschlossen und übernimmt die Kosten von rund drei Millionen Euro. Kreise und kreisfreie Städte können sich nun kostenlos anschließen. Die Region Hannover verspricht sich von dem neuen Smartphone-Programm spürbare Entlastung für die Mitarbeiter des Gesundheitsamtes und hofft, Kontaktpersonen von Corona-Infizierten dadurch künftig einfacher ermitteln und Infektionsketten somit schneller unterbrechen zu können.
Nutzer können sich Luca-App kostenlos auf ihr Smartphone herunterladen. Wichtig könnte das neue Programm vor allem dann werden, wenn Geschäfte, Gastronomie und Kultureinrichtungen wieder öffnen dürfen. Denn anders als die Corona-Warn-App der Bundesregierung erfasst die Luca-App nicht automatisch, wer sich in der Nähe aufgehalten hat. Vielmehr soll sie die Zettelwirtschaft ersetzen, die im vergangen Jahr entstanden ist, als Besucher fast überall handschriftlich ihre persönlichen Daten hinterlassen mussten.
Über die Luca-App soll es künftig möglich sein, in Restaurants, Läden, bei Konzerten oder auch privaten Veranstaltungen künftig virtuell "einzuchecken". Auch Kommunen können das Programm perspektivisch in öffentlichen Einrichtungen wie Büchereien und Schwimmbädern nutzen. Einige Regionskommunen wie zum Beispiel Burgwedel setzen es ab sofort ein, um zum Beispiel Besucher im Rathaus oder bei Gremiensitzungen zu registrieren.
Und so funktioniert die Luca-App: Wer beispielsweise ein Konzert oder ein Restaurant besucht, scannt mit seinem Smartphone bei der Ankunft einen QR-Code ein, den der Gastgeber bereitstellt. Dann werden seine Kontaktdaten automatisch für die Veranstaltung hinterlegt. Der Hersteller kann darauf nach eigenen Angaben aber ebenso wenig zugreifen wie der Gastgeber. Nur dem Gesundheitsamt werden die Daten im Falle einer nachgewiesenen Corona-Infektion auf Anfrage und nach Zustimmung des Betroffenen verschlüsselt übermittelt.
Das Gesundheitsamt kann dann die Aufenthaltsorte und Kontaktpersonen der infizierten Person auslesen. „Das erleichtert nicht nur unsere Arbeit, sondern bietet auch eine gute Perspektive für Veranstaltungen, Gastronomie oder Unternehmen. Die Luca-App eignet sich für die sichere Registrierung von Besucherinnen und Besuchern – im öffentlichen oder auch im privaten Bereich“, sagt Gesundheitsdezernentin der Region Hannover Cora Hermenau.