KRH stellt Jahresabschluss vor

Stellen den Jahresabschluss 2020 des KRH vor: Geschäftsführer Medizin Matthias Bracht (von links), Regionspräsident Hauke Jagau, Geschäftsführerin Finanzen und Infrastruktur Barbara Schulte, Geschäftsführer Personal Michael Born und der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzender Michael Borges. (Foto: KRH)

Wirtschaftliches Ergebnis ist auch von der Pandemie beeinflusst

Region (r/fh). Das Geschäftsfahr 2020 im Klinikum Region Hannover (KRH) war maßgeblich von der Corona-Pandemie geprägt. Die höchste Priorität hatte die Konzentration auf die klinische Versorgung der Bevölkerung in der Region Hannover. Dies erforderte enorme Anstrengungen aller Beschäftigten auf allen Ebenen, insbesondere in den Behandlungseinheiten für Covid-Patientinnen und -patienten sowie Verdachtspatienten. Die Pandemie und ihre Bewältigung erschwerte dabei den laufenden erfolgreichen Konsolidierungsprozess des Klinikums Region Hannover. Dieser befand sich in einer Phase, die bereits im Jahr 2019 und auch zu Beginn des Jahres 2020 durch die sich verschärfenden Rahmenbedingungen der deutschen Krankenhausfinanzierung gekennzeichnet war. Dennoch ist es den Beschäftigten gelungen, zum wiederholten Mal ein positives Betriebsergebnis zu erzielen. Vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen liegt es für das Jahr 2020 bei +6,3 Millionen Euro. Deutlich wird aber, dass es nicht mehr möglich ist, die Lasten aus den Investitionen der Vergangenheit aus den Erlösen für die Krankenhausbehandlungen zu erwirtschaften. Nach Steuern, Zinsen und Abschreibungen liegt das Jahresergebnis bei -13,8 Millionen Euro und damit auf dem Vorjahresniveau. Allerdings ist es um 2,6 Millionen Euro besser ausgefallen als im Wirtschaftsplan angenommen.
„Nach einem Jahr wie dem hinter uns liegenden, hat der gesamte Aufsichtsrat festgestellt, dass die Beschäftigten im KRH Unglaubliches geleistet haben. Der Aufsichtsrat dankt der Geschäftsführung und den Mitarbeitenden für ihren Einsatz“, betont der KRH-Aufsichtsratsvorsitzende Regionspräsident Hauke Jagau. „In der Corona-Pandemie waren die Krankenhäuser des Klinikums Region Hannover die wesentliche Säule, wenn es darum ging, die erkrankten Menschen in einer hohen Qualität und in ausreichender Zahl medizinisch versorgen zu können. In so einer Krisensituation die Wirtschaftlichkeit nicht aus den Augen verloren zu haben, zeugt von der hohen Professionalität, mit der hier gearbeitet wird.“
Wie im Vorjahr wurden 2020 wieder fast 30 Millionen Euro investiert. Im Wesentlichen flossen die Mittel in die ständig laufenden Modernisierungsprojekte für Patientenzimmer und medizinische Bereiche. Investiert wurde aber auch in die Planung des Klinikneubaus in Großburgwedel, des Erweiterungsbaus in Lehrte und weitere Projekte. Die Gesamtkosten aller Bauvorhaben der nächsten Jahre schätzt das KRH auf eine halbe Milliarde Euro.

Die Auswirkungen der Pandemie

Wie außergewöhnlich das Jahr 2020 war, zeigen einige beispielhafte Zahlen. Aufgrund der Sonderlage und den damit verbundenen Einschränkungen des Versorgungsangebotes auf die medizinisch notwendigen Untersuchungen und Eingriffe sowie der verschärften Hygiene- und Isolationsnotwendigkeiten, ging die Fallzahl der behandelten Patientinnen und Patienten von 113.000 auf 96.000 zurück. Auch die Zahl der Behandlungstage in den psychiatrischen Krankenhäusern des Unternehmens sank von 279.000 auf 228.000. Diese Effekte wurden teilweise kompensiert durch die Freihaltepauschale, die der Bund im Bevölkerungsschutzgesetz vorgesehen hatte. Es blieben aber außerordentliche Sondereffekte, die nicht oder nicht vollständig kompensiert wurden. Dazu gehörten beispielsweise die Preisexplosion bei den Schutzmaterialien, Sonderaufwände für die Einrichtung von Heimarbeitsplätzen und Kinderbetreuung, die vorsorgliche Etablierung getrennter Aufnahme- und Infektionsbereiche in Container- und Zeltbauten sowie Sonderaufwände für Testungen und Impfungen. Stark ins Gewicht fielen auch die gestiegenen Anforderungen an die Hygiene- und Reinigungsmaßnahmen. Hierbei ist davon auszugehen, dass diese Belastungen mittelfristig bestehen bleiben. Insgesamt summieren sich diese Aufwände auf knapp acht Millionen Euro.
Intern baute das KRH eine standortübergreifende vernetzte Abstimmungsstruktur auf, die sich anfangs täglich, später dann 14-täglich den anstehenden Themen widmete. Als besonders herausfordernd stellte sich dabei heraus, dass Entscheidungen immer wieder, wie in einer Pandemie auch nicht anders zu erwarten, auf einer rudimentären Datenbasis gefällt werden mussten. Ein Zustand, an dem sich auch im Jahr 2021 noch nicht viel geändert hat.

KRH baut Pflegepersonal auf

Ein großes Augenmerk lag auf Unterstützungsangeboten der belasteten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Angefangen bei dem schnellen Aufbau von Kinderbetreuungsangeboten in der Frühphase der Pandemie, über den Einsatz und die Qualifizierung von Unterstützungspersonal bis hin zum Angebot von Coaching und Beratungen. „Hier können wir feststellen, dass es unseren Führungskräften gelungen ist, die Teams so anzuleiten und zu begleiten, dass sie, trotz immer wieder auftretender Probleme, durchweg arbeitsfähig waren.“
Die Mitarbeiter-Fluktuation ging im abgelaufenen Jahr sogar zurück und so gelang dem KRH ein deutlicher Aufbau an personellen Ressourcen, vor allem im pflegerischen Bereich. So stieg die Zahl der im Jahresdurchschnitt beschäftigten Vollkräfte um 221 auf 5.834. Auf die Zahl der Mitarbeitenden bedeutet dies den Sprung über die 8.000er Marke von 7.981 auf 8.223 Beschäftigte. Die Differenz ergibt sich aus dem hohen Anteil an Teilzeitbeschäftigten. Die öffentliche Wertschätzung für den Pflegeberuf und die professionalisierte Personalanwerbung des KRH schlagen sich derzeit auch in den Bewerberzahlen für die Ausbildung zur Pflegefachkraft nieder. Hier haben sich die Zahlen im Vergleich zum Vorjahr nahezu verdoppelt.