Klimaextreme ausgleichen

Moorbagger sind aktuell im Mardorfer Feld dabei, Wälle zu errichten. (Foto: Region Hannover / Schneider)

Region Hannover baut im Toten Moor Wälle und Hügel

Region (r/fh). Die Region Hannover will das Tote Moor nahe dem Steinhuder Meer wieder vernässen. Bis zum Herbst sollen dafür unter anderem 20 Torfstaue in Gräben eingebaut werden, bestehende Wälle angehoben und neue gebaut werden. Denn den Hochmooren komme eine wichtige Rolle beim Klimaschutz zu. „Eine Hochmoorfläche kann etwa zehnmal so viel Kohlenstoff speichern wie eine gleich große Waldfläche“, erläutert Sonja Papenfuß, Leiterin des Fachbereichs Umwelt der Region Hannover.
Außerdem gebe das Hochmoor Wasser über die Verdunstung an die Luft ab und kühle dadurch die Umgebung ab. Auch für das Steinhuder Meer sei das vorteilhaft, weil aus dem Moor Wasser in den See sickere und so im Sommer den Wasserstand stützen könne. "Ein wieder vernässtes Hochmoor gleicht auf diese Weise Niederschlags- und Temperaturextreme aus, wirbt die Region in einer Pressemitteilung.
Doch zur Zeit gingen durch tiefe Entwässerungsgräben vor allem in den Wintermonaten wichtige Wasserreserven verloren. Das will die Region mit den genannten Maßnahmen nun ändern. Finanziert wird das Projekt aus Mitteln des europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und vom Land Niedersachsen. Mehr als 1,1 Millionen Euro stehen zur Verfügung. Neben dem Geld von EU und Land will die Region Hannover eigene Mittel aus der Biodiversitätsstrategie einsetzen, um zum Beispiel Kleinstgewässern für seltene Libellenarten anzulegen und seltene Hochmoorpflanzen auf ehemaligen Torfabbauflächen anzupflanzen.
Die Arbeiten haben im Bereich Mardorfer Feld des Toten Moores begonnen. Dort kommen jetzt spezielle Moorbagger zum Einsatz, die beispielsweise Wälle und Hügel aufschütten. Anschließend werden Wollgräser gepflanzt, um sie gegen Erosion zu schützen. Nach ein bis zwei Jahren haben die Wollgräser ein dichtes Wurzelgeflecht ausgebildet. Dann können die Flächen bis zu 50 Zentimeter Wasser zusätzlich speichern - das entspricht bei der insgesamt etwa 100 Hektar großen Fläche einer Wassermenge von 500.000 Kubikmeter. Nach dem Mardorfer Feld sind Arbeiten südlich der Moorstraße und nördlich der Torffabrik vorgesehen.