Infektionszahlen weiter gestiegen

Neue Landesverordnung sieht striktere Regeln vor / In der Region Hannover kletterte der Inzidenzwert am Donnerstag auf 45,7

Region (fh). Weil die Infektionszahlen zuletzt deutlich angestiegen sind, gelten in der Region Hannover wieder verschärfte Corona-Regeln. Denn seit dem vergangenen Wochenende liegt der sogenannte Inzidenzwert regionsweit bei über 35. Das heißt innerhalb von sieben Tagen haben sich mehr als 35 pro 100.000 Einwohnern angesteckt. Bund und Länder hatten vereinbart, dass ab diesem Schwellenwert in dem jeweiligen Gebiet strengere Vorschriften gelten sollen. Dieser Empfehlung ist die Region nun nachgekommen und hat folgende Maßnahmen ergriffen:

- Die Personenzahl für private Feiern und Treffen wurde deutlich begrenzt, zunächst auf 25 in privaten Räumen und 50 in gastronomischen Betrieben. Eine neue Landesverordnung, die Freitag in Kraft getreten ist, sieht aber eine weitere Reduzierung vor. Demnach dürfen in privaten Räumen jetzt nur noch höchstens 15 Personen und in gastronomischen Betrieben 25 teilnehmen.

- In Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen müssen Mitarbeiter seit Donnerstag im Treppenhaus, auf den Fluren und beim Gang zur Toilette einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Nur an ihrem persönlichen Arbeitsplatz dürfen sie ihn absetzen.

- Aufgrund der neuen Landesverordnung gilt für Gastronomiebetriebe außerdem ab sofort eine Sperrzeit von 23 bis 6 Uhr. Diese Regelung ist ab einem Inzidenzwert von 35 vorgesehen.

- Außerdem ruft Regionspräsident Hauke Jagau die Bürger dazu auf, freiwillig im öffentlichen Raum auch unter freiem Himmel eine Maske zu tragen. „Jede und jeder kann sich selbst schützen, indem sie oder er Abstand zu anderen hält und dort, wo dies nicht möglich ist, eine Maske trägt. Ich bitte alle, auch in diesen Situationen sorgfältig darauf zu achten, dass sie Ansteckungsrisiken minimieren. Es ist zum Besten aller", so sein Appell.

Während es sich bei den ersten beiden Punkten um verbindliche Vorschriften handelt, ist letzterer eine Empfehlung. Die bereits bestehenden Vorschriften, beispielsweise die Maskenpflicht in Geschäften und den öffentlichen Verkehrsmitteln behalten auch weiterhin Gültigkeit. Außerdem hat die Region angekündigt, verstärkt zu kontrollieren, ob die Hygieneregeln in gastronomischen Betrieben eingehalten werden.
In den vergangenen Tagen ist der Inzidenzwert indes weiter gestiegen: Lag er am Montag noch bei 36,2, erhöhte er sich am Mittwoch auf 39,1 und am Donnerstag sogar auf 45,7. Sollte der Inzidenzwert auf über 50 ansteigen, würde das eine weitere Verschärfung nach sich ziehen. Die neue Landesverordnung sieht vor, dass dann im öffentlichen Raum, auch unter freiem Himmel, das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes verpflichtend wird. Den genauen Geltungsbereich dieser Vorschrift müsste die Region festlegen.
Außerdem dürfen sich ab einem Inzidenzwert von 50 im öffentlichen Raum maximal zehn Personen aus bis zu zwei Haushalten treffen. Anders als im März, soll die Beschränkung auf zwei Haushalte aber explizit nicht für Angehörige einer Familie gelten. Dieselbe Regel würde dann auch für Privatfeiern gelten, egal ob diese in privaten Räumen oder in einem gastronomischen Betrieb stattfinden. Für Veranstaltungen wäre dann eine Obergrenze von 100 Besuchern vorgesehen.
Viele blicken derzeit außerdem mit Sorge darauf, wie sich das Infektionsgeschehen an den Schulen entwickeln wird. Denn am Freitag sind die Herbstferien zu Ende gegangen und ab Montag kehren Schüler und Lehrer wieder in die Klassenzimmer zurück. Angesichts dessen hat Kultusminister Grant Hendrik Tonne einen Brief an alle Eltern von schulpflichtigen Kindern verschickt. Er empfiehlt darin, dass Schüler in Regionen mit einem Inzidenzwert über 50 auch während des Unterrichts einen Mund-Nasen-Schutz tragen sollen. "Solange ein sicherer Schulbetrieb möglich ist, hat die Aufrechterhaltung des Präsenzunterrichts für uns Priorität", betont er außerdem.

Korrektur: In einer früheren Version des Artikels hieß es fälschlicherweise, dass die Sperrzeit für Gastronomen erst ab einem Inzidenzwert von 50 gelten würde. Wir bitten, diesen Fehler zu entschuldigen.