IcanDo gewinnt Bundesfinale

Freuen sich über den Großen Stern des Sports in Gold: Der Vorstandssprecher der Hannoverschen Volksbank Jürgen Wache (von links), die Präsidentin des Stadtsportbundes Hannover Rita Girschikofsky sowie Charly Oppermann, Sebastian Schimmack und Olaf Zajonc vom Verein IcanDo. (Foto: Hannoversche Volksbank)

Hannoverscher Verein erhält für sein Bewegungsprojekt den Großen Stern des Sports in Gold

Region (r/fh). Riesiger Erfolg für den hannoverschen Sportverein IcanDo: Für sein Bewegungsprojekt zu Beginn der Corona-Epidemie wurde er jetzt mit dem Großen Stern des Sports in Gold ausgezeichnet und erhält dafür ein Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat das Ergebnis bei einer digitalen Siegerehrung in der DZ Bank in Berlin bekannt gegeben. Die 17 Vereine aus allen 16 Bundesländern, die es ins Finale geschafft hatten, waren online zugeschaltet. „Großartig, was die Sportvereine in diesen schwierigen Zeiten alles auf die Beine gestellt haben“, sagte Steinmeier und fügte hinzu: „Diese Kreativität macht mir Hoffnung für das neue Jahr, auch wenn von uns allen nun erst mal wieder viel Stillsitzen zu Hause gefordert ist, damit wir diese Krise gemeinsam überwinden.“
Der Wettbewerb "Sterne des Sports" wird seit 2004 jährlich vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) zusammen mit den Volksbanken und Raiffeisenbanken initiiert. Sie würdigen damit das besondere Engagement und außergewöhnliche Angebote von Sportvereinen, unter anderem in den Bereichen Bildung und Qualifikation, Ehrenamtsförderung, Gesundheit und Prävention, Gleichstellung, Integration und Inklusion sowie Klima-, Natur- und Umweltschutz.
Der IcanDo hatte sich bei der Hannoverschen Volksbank beworben, schaffte es dann über Regional- und Landesentscheid bis ins Finale und konnte auch dort überzeugen. Damit geht die Auszeichnung jetzt zum dritten Mal nach Niedersachsen. Die Entscheidung wurde von einer Jury getroffen, der neben Vertretern von DOSB und den Volksbanken und Raiffeisenbanken auch Sportjournalisten von ARD, ZDF, dpa und FAZ angehörten sowie der Sportsoziologe Professor Sebastian Braun von der Humboldt-Universität Berlin und Jörg Zwirn vom Verein Pfeffersport, der die Auszeichnung im vergangenen Jahr gewonnen hatte.
IcanDo bezeichnet sich selbst als Verein für Spiel, Sport und Soziale Arbeit. Im Mittelpunkt stehen Breitensport, Bewegung, Gesundheit, Integration und Prävention. Zu Beginn der Corona-Epidemie im Frühjahr 2020 hat er mit seiner Initiative „IcanDo@School“ ein Bewegungsangebot entwickelt, bei dem Kinder in Schulen und Kindergärten spielerisch den Umgang mit Nähe und Distanz lernen können. „Das Projekt startete, als die Schulen wieder öffneten. Da die Turnhallen geschlossen waren, haben wir auf den Schulhöfen mit den Kindern und den Lehrerinnen und Lehrern gearbeitet“, erklärt der Vereinsvorsitzende Olaf Zajonc. Bei dem Programm gehe es darum, dass die Kinder unter Einhaltung der Abstandsregeln spielen und sich bewegen können und gleichzeitig ihr Gefühl für Nähe und Distanzen entwickeln können.“
Neben dem Präsenztraining hat der IcanDo dazu eine Handreichung entwickelt. Die Broschüre enthält einen Katalog mit Spielen und Tipps zur eigenen Umsetzung für die Lehrkräfte, die tausendfach heruntergeladen wurde. Der Verein war bereits an Dutzenden Grundschulen und Kitas im Raum Hannover aktiv und hat Fortbildungen für weit mehr als 100 Lehrkräfte, pädagogische Mitarbeiter sowie Übungsleiter von Sportvereinen gegeben.
Außer dem IcanDo hatten sich noch fünf weitere Finalisten mit Projekten beworben, die speziell auf die Einschränkungen und Herausforderungen der Corona-Epidemie zugeschnitten waren. Das belege, wie sehr sich die Pandemie auf den Breitensport auswirke, betonte der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) Alfons Hörmann bei der Preisverleihung. „Die Zahl der Vereinsaustritte steigt, Neueintritte bleiben aus. Vor allem Kinder und Jugendliche leiden unter fehlenden Sportangeboten und die Motivation im Bereich des ehrenamtlichen Engagements sinkt – diesen Entwicklungen müssen wir unter allen Umständen entgegenwirken", forderte Hörmann und fügte hinzu: "Die Projekte im Rahmen der ‚Sterne des Sports‘ machen Mut und sollten als Inspiration für alle Vereine dienen."
Daran knüpfte Marija Kolak an, die Präsidentin des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR): „Gerade in Zeiten der coronabedingt gebotenen Distanz ist der Zusammenhalt der Menschen unverzichtbar. Die ehrenamtliche Arbeit in den Sportvereinen verdient gerade jetzt aller höchste Anerkennung!", betonte sie.
Weitere Informationen gibt es auf der Internetseite www.sterne-des-sports.de.