Grüne Kandidaten für den Bundestag

Im Wahlkreis 43 Hannover-Land I tritt Jens Palandt für die Grünen an. (Foto: privat)
 
Simone Meyer kandidiert bei der Bundestagswahl für die Grünen im Wahlkreis 47. (Foto: privat)

Im Wahlkreis 43 Hannover-Land I tritt Jens Palandt an, im Wahlkreis 47 Hannover-Land II Simone Meyer

Altkreis (r/fh). Für die Bundestagswahl im September schickt Bündnis 90/Die Grünen aller Voraussicht nach im Wahlkreis 47 Hannover-Land II Simone Meyer als Direktkandidatin ins Rennen und im Wahlkreis 43 Hannover-Land I Jens Palandt. Zum Wahlkreis 47 gehören unter anderem Lehrte, Sehnde und Uetze und zum Wahlkreis 43 Burgdorf, Burgwedel und Isernhagen. Aufgrund der Corona-Epidemie hielten die Grünen ihre Aufstellungsversammlungen für die Bundestagskandidaten diesmal digital ab. Beide Kandidaten müssen noch per Briefwahl bestätigt werden.
Bei den beiden zurückliegenden Bundestagswahlen 2013 und 2017 hatte sich im Wahlkreis 43 jeweils der CDU-Kandidat Hendrik Hoppenstedt durchgesetzt. Er tritt auch in diesem Jahr erneut an. Für die SPD geht dort erstmals Rebecca Schamber ins Rennen. Auch für den Burgdorfer Jens Palandt ist es die erste Kandidatur. Der Wahlkreis 47 ging bei den zurückliegenden vier Wahlen seit 2005 stets an den SPD-Kandidaten Matthias Miersch, der ihn auch in diesem Jahr für seine Partei verteidigen will. Für die CDU tritt erstmals Tilman Kuban an, Bundesvorsitzender der Jungen Union. Die Grünen-Kandidatin Simone Meyer geht ebenfalls zum ersten Mal ins Rennen.
Jens Palandt ist 54 Jahre alt und Vater von drei Kindern. Er wohnt mit seiner Familie in Burg­dorf, wo er auch Vorsitzender des Ortsverbandes von Bündnis 90/Die Grünen ist. Er ist Landschaftsarchitekt und als Landesbeamter beim Niedersächsischen Umweltministerium tätig. Dort ist er für den Aufgabenbereich Klimaschutz und Nachhaltigkeit zuständig.
Einen Schwerpunkt will Palandt vor allem beim Klimaschutz setzen. „Wir brauchen endlich eine mutige und kreative Energie-, Wirtschafts- und Verkehrspolitik, die dem historischen Auftrag des Pariser Klimavertrages gerecht wird“, betont er. Dafür mangele es nicht an überzeugenden fachlichen Konzepten. „Es fehlt vielmehr am politischen Willen der Bundesregierung, die schon seit über einem Jahrzehnt verhindert, dass sich wirklich etwas bewegt“, ergänzt er. Ziel der Grünen sei es, Klimaschutz, Wirtschaft und soziale Gerechtigkeit zusammenzudenken.
Außerdem setzt sich Palandt für einen Kurswechsel in der Agrar­politik ein. „Angesicht der gravierenden negativen Auswirkungen der zunehmend industrialisierten Landwirtschaft auf Wasser, Böden, Klima und die Artenvielfalt kämpfen wir Grünen dafür, die milliardenschweren Fördergelder künftig anders, dem Gemeinwohl dienend, einzusetzen“, fordert er.
Als drittes Kernanliegen nennt Palandt eine offene Gesellschaft und soziale Gerechtigkeit. So wolle er sich gegen das anwachsende Auseinanderdriften von Einkommen, für die Bedürfnisse von Familien und Kindern, für Chancengleichheit in der Bildung, für Kulturschaffende, für soziale Einrichtungen, gegen Rechtsextremismus und für den Erhalt und die Rettung lebendiger Orte, insbesondere vitaler Orts- und Stadtkerne in der Region einsetzen.
Simone Meyer lebt in Springe und ist 39 Jahre alt. Sie ist als Diplom-Architektin im Fachbereich Gebäudemanagement der Stadt Hannover tätig. Den Grünen ist sie 2011 nach der Katastrophe von Fukushima beigetreten. Von 2012 bis 2015 war sie im Vorstand des grünen Ortsverbands Springe und von 2014 bis Januar dieses Jahres im Regionsvorstand. Nun hat sie ihren Posten abgegeben, um mehr Zeit für den Bundestagswahlkampf zu haben.
Meyer arbeitet seit mehreren Jahren in der parteiinternen Landesarbeitsgemeinschaft Planen Bauen Wohnen mit. In der grünen Baupolitik sieht sie daher auch ihren Schwerpunkt. „Viele baupolitische Themen werden auf Bundesebene entschieden, aus diesem Grund würde es mich sehr freuen, wenn ich die Möglichkeit bekäme mich hier mit meinem Wissen einbringen zu können“, so Meyer.
Im Hinblick auf ihre Konkurrenz bei der Bundestagswahl sagt sie: „Ich bin kein Politprofi, so wie es die politischen Gegner der CDU und SPD in diesem Wahlkreis sind, empfinde das aber eher als Vor- denn als Nachteil. Man wird von den Bürgern nicht gewählt, weil man ganz genau weiß wie Bundespolitik funktioniert, sondern um ihre Interessen zu vertreten und in ihrem Sinne zu handeln“, betont sie. Deshalb wolle sie nicht nur im Wahlkampf sondern auch als Bundestagsabgeordnete mit den Menschen ihres Wahlkreises ins Gespräch kommen. „Ich will wissen wo und warum Dinge nicht rund laufen und dieses Wissen in meine Arbeit als mögliche Abgeordnete einfließen lassen“, so Meyer.