Forscher sammeln Proben von Corona-Patienten

Die Professoren Thomas Illig (links) und Markus Cornberg (rechts) bauen eine Bio-Datenbank mit Proben von Corona-Patienten auf. (Foto: MHH / Karin Kaiser)

Die Medizinische Hochschule Hannover baut Bio-Datenbank auf / Kooperation mit dem Klinikum Region Hannover

REGION (r/fh). Um eine Erkrankung effektiv bekämpfen zu können, muss man sie genau kennen. Das gilt auch für die Behandlung von Covid-19. Bislang wissen Mediziner nicht, warum manche Patienten einen schweren Krankheitsverlauf haben, andere dagegen keine Symptome zeigen und welche Rolle das Immunsystem dabei spielt. Dafür baut die Medizinische Hochschule Hannover in Kooperation mit dem Klinikum Region Hannover (KRH) im Laufe der nächsten zwei Jahre eine Covid-19-Kohorte auf: Proben und Daten von 1000 unterschiedlich stark am Coronavirus erkrankten Patientinnen und Patienten sowie Kontrollproben von Menschen mit anderen Atemwegserkrankungen sollen gesammelt und verglichen werden. Das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur (MWK) unterstützt das Vorhaben mit mehr als zwei Millionen Euro.
Die Covid-19-Kohorte soll in der Hannover Unified Biobank (HUB) untergebracht werden. Gesammelt werden dafür beispielsweise Blutzellen, Plasma, Speichel, Urin, und Zellen aus dem Atmungstrakt. Außerdem werden genaue Angaben zu den einzelnen Patienten erfasst, wie Alter, Geschlecht, Laborwerte, Medikamenteneinnahme und beispielsweise Nikotinkonsum. Auf diese Weise wollen die Forscher herausfinden, wer besonders gefährdet ist: Welche Rolle spielen die Gene, das Immunsystem und unterschiedliche Vorerkrankungen für den Krankheitsverlauf? Welche Langzeitschäden kann das Virus an der Lunge und anderen Organen verursachen? Und wie lässt sich die Behandlung von Covid-19-Patienten verbessern?