Dienststunden-Rekord für Ortswehr Heessel

Zehn aktive Heesseler Feuerwehrleute bekamen neue Schulterklappen. Foto: Georg Bosse
 
Reinhard Nicks, Dennis F. Heuer und Karsten Lübbe (hinten, v.re.) beobachteten wie Detlef Hilgert (re.) die langjährige aktive Ortswehrmitgliedschaft von Dolf und Dirk Rogge sowie Nils Schrader (v.li.) mit dem Niedersächsischen Ehrenzeichen belohnte. Foto: Georg Bosse

Ein ruhiges aber forderndes 2018 mit dem "dicken Ende" Moorbrand

HEESSEL (gb). "Wir sind stolz auf unsere Freiwillige Ortswehr", sagte Heessels Ortsvorsteher Heiko Reißer. Das können die Dorfbewohner auch sein, denn die ehrenamtlichen Kameradinnen und Kameraden haben im abgelaufenen Jahr alles in allem 13.018 Dienst- und Einsatzstunden geleistet. "Diese Zahl stellt für uns einen Rekord dar. Damit haben wir in 2018 über 2000 Stunden mehr geleistet als 2017", betonte Ortsbrandmeister Karsten Lübbe am vergangenen Samstag auf der Jahreshauptversammlung in der Halle des Feuerwehrgerätehauses.
Unter den Gästen waren Bürgermeister Alfred Baxmann und sein Stellvertreter Matthias Paul, der Erste Stadtrat Lutz Philipps, Feuerwehrausschussvorsitzender Armin Pollehn und Ordnungsamtsleiter Christian Enderle sowie Stadtbrandmeister Dennis F. Heuer (Ramlingen/Ehlershausen) und Beinhorns Ortsvorsteher Klaus Könecke. 
Der "Jahrtausendsommer" habe die 53 Aktiven bis zum Spätsommer einsatzmäßig einigermaßen in Ruhe gelassen, begann Lübbe seinen Jahresbericht. Das "dicke Ende" sei dann aber mit dem großflächigen Moorbrand bei Meppen gekommen, an dessen Eindämmung Feuerwehrleute aus Heessel als Besatzungen von Fahrzeugen der Region Hannover beteiligt waren. Von der rund 20 Quadratkilometer großen Moorfläche waren bei Schießübungen der Bundeswehr acht unterirdisch in Brand geraten. "Die Schweden haben uns gezeigt, wie Panzerfahrzeuge über das betroffene Areal gefahren werden, um das Wasser in den Boden zu drücken. So ein Vorgehen kannten wir bis dahin nicht", erklärte Brandabschnittsleiter IV Detlef Hilgert (Sehnde) dazu. Vize-Ortsbrandmeister Reinhard Nicks berichtete den Anwesenden von insgesamt 34 (2018: 51) Alarmierungen. Dabei musste die Ortswehr Heessel zu 17 Technischen Hilfeleistungen, 14 Brandbekämpfungen und drei Einsatzübungen ausrücken. "Das zurückliegende Jahr war deutlich ruhiger aber sehr fordernd", so Nicks.
"Die Feuerwehr mag den Heesseler SV (HSV) und der HSV mag die Feuerwehr", fielen die letzten Grußworte von Rüdiger Zach als HSV-Vorsitzender kurz und knackig aus. Zach wird auf der Vereinsversammlung am Freitag, 22. Februar, nach rund 30 Jahren das Ehrenamt als HSV-Vorsitzender abgeben. Auf "Abschiedstour" bei den Burgdorfer Ortswehren sind auch Alfred Baxmann und Lutz Philipps, die ihre Ämter in den kommenden Monaten ebenfalls in andere Hände geben. Baxmann erinnerte sich an den "großen Vertrauensvorschuss", den ihm die Heesseler Feuerwehrleute bei seinem ersten Aufritt 1997 gegeben hätten: "Trotz einiger Reibereien hat in den vergangenen Jahren zwischen Rat, Verwaltung und Ortswehr immer ein gutes und vertrauensvolles Verhältnis bestanden", resümierte der scheidende Burgdorfer Bürgermeister. Das ehrenamtliche Feuerwehrwesen sei keine Schönwetterveranstaltung, so Baxmann, und: "Feuerwehren müssen alltags- und allwettertauglich sein. Darüber hinaus sind Verlässlichkeit, Vertrauen und Verantwortung sowie Kontinuität, Kompetenz und Kameradschaft unverzichtbar." Und Lutz Philipps betonte in seiner Rede, dass seine Wertschätzung für die Leistungen der freiwilligen Wehren im Amt als langjähriger Kämmerer immer mehr gestiegen sei.
Bevor Detlef Hilgert seiner angenehmen Pflicht nachkommen durfte, Nils Schrader (25 Jahre) sowie Dirk und Dolf Rogge (beide: 40 Jahre) für langjährige aktive Ortswehrmitgliedschaft mit dem Niedersächsischen Ehrenzeichen auszuzeichnen, ließ er seiner nachvollziehbaren Empörung freien Lauf: "Die Verrohung der Gesellschaft führt zu immer mehr Gewalt gegen Einsatzkräfte. Und gegen die Täter, die geschnappt werden, stellt die Justiz häufig auch noch die Verfahren ein."
Anschließend nahmen Dennis F. Heuer und Karsten Lübbe folgende Ernennungen vor: Mohammed Al Hassani, Marius Heuer, Felix Köbe und Max Engel (alle zu Feuerwehrmännern), Alina Pawlik (Feuerwehrfrau), Felix Rogge (Oberfeuerwehrmann) und Katharina Engelke (Hauptfeuerwehrfrau), Sebastian Lübbe und Michael Thieleking (Löschmeister) sowie Jens Taupadel (Oberlöschmeister).
Das Heesseler Osterfeuer wird am Samstag, 20. April, auf dem HSV-Parkplatz lodern.