Deutsch lernen beim Sport

Region Hannover plant neues Projekt zur Sprachförderung

Region (r/fh). Die Region plant ein neues Projekt zur Sprachförderung, bei dem Vorschulkinder bei Sport, Spiel und Spaß Deutsch lernen können. Die Umsetzung soll der Regionssportbund übernehmen. Der Jugendhilfeausschuss der Region hat bereits grünes Licht gegeben und für eine Projekt-Förderung von bis zu rund 28.000 Euro gestimmt.
Die Hintergrund: Auch vor der Pandemie machten sich in den Schuleingangsuntersuchungen mitunter große sprachliche Defizite oder mangelnde Deutschkenntnisse bemerkbar. Doch die monatelange Einschränkung des Kita-Betriebs habe das Problem zusätzlich verstärkt. Vor allem Kindern ohne Platz in der Notbetreuung fehlte das Miteinander mit Gleichaltrigen und der sprachliche Austausch. Gerade Kinder, deren Familiensprache nicht Deutsch ist, fehlten dadurch auch die Möglichkeiten der Sprachförderung.
Das bestätigen die Auswertungen der Schuleingangsuntersuchungen der Region Hannover: So sind der Sprachförderbedarf von 18,4 auf 21,2 Prozent sowie der Anteil der Kinder, die nur eingeschränkt oder gar kein Deutsch sprechen, von 19 auf 22,2 Prozent gestiegen. Da setzt das neue Projekt „Sprachtraining“ für Kita-Kinder an.
Ziel des Projektes ist es, im Rahmen von Bewegungsangeboten zusätzliche Sprachanlässe in kleinen Gruppen von Kindern im Vorschulalter anzubieten. Gleichzeitig werden den Kindern nach der langen Zeit der Einschränkungen unbeschwerte, spielerische Begegnungen mit Gleichaltrigen, vielfältige Bewegungserfahrungen und vor allem Kontakte mit der deutschen Sprache ermöglicht. Die Angebote sollen in Gruppen von drei bis fünf Kindern stattfinden, die durch den Regionssportbund Hannover gemeinsam mit den Kindertagesstätten zusammengestellt und koordiniert werden.
„Jetzt gilt es mehr denn je, die Kinder besonders im Blick zu haben und sie bestmöglich zu unterstützen. Sprache ist die Basis für das Verstehen – besonders für das spätere Lernen von Lesen und Schreiben sind gute sprachliche Fähigkeiten die Grundvoraussetzungen. Das Projekt soll mithelfen, die Lücken zu schließen, die durch den Corona-Lockdown entstanden sind, und die Kinder spielerisch sprachlich fördern“, so Andrea Hanke, Jugend- und Sozialdezernentin der Region Hannover.
Das Projekt soll zunächst in acht Städten und Gemeinden im Zuständigkeitsbereich der Region Hannover als öffentlicher Trägerin der Jugendhilfe starten. Angefragt dafür sind zunächst 47 Kindertageseinrichtungen mit besonderen Förderbedarfen in Barsinghausen, Garbsen, Neustadt am Rbge., Ronnenberg, Seelze, Sehnde, Springe und Wunstorf. Das Projekt „Sprachtraining“ soll erst einmal bis zum 30. September 2021 laufen.