Details zur nächtlichen Ausgangssperre

Maskenpflicht gilt ab dem 1. April auch in privaten Autos und im Treppenhaus von Mehrfamilienhäusern

Region (r/fh). Die Region Hannover hat schärfere Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Epidemie verhängt: Vom 1. bis 12. April gilt demnach im gesamten Regionsgebiet eine nächtliche Ausgangssperre, jeweils in der Zeit von 22 bis 5 Uhr. Damit hat die Region entsprechend der neuen Corona-Verordnung des Landes auf die Entwicklung ihrer 7-Tages-inzidenz reagiert. Sie ist zwar großen Schwankungen unterworfen, jedoch auf vergleichsweise hohem Niveau und mit steigender Tendenz. Am Sonntag lag der Inzidenzwert erstmals wieder bei über 150.

Nächtliche Ausgangssperre

Mit der Ausgangssperre ist kein Übernachtungsverbot außerhalb der eigenen Wohnung verbunden. Es ist also zulässig, die Nacht bei Freunden oder Verwandten zu verbringen. Voraussetzung dafür ist, dass man vor 22 Uhr ankommt, nach 5 Uhr geht und während des Aufenthaltes nicht gegen die gültigen Kontaktbeschränkungen verstößt. Gemäß der aktuellen Corona-Verordnung des Landes dürfen sich in Kommunen mit einem Inzidenzwert von über 100 nur Angehörige eines Haushalts mit einer weiteren Person sowie jeweils mit zugehörigen Kindern bis einschließlich sechs Jahren treffen.
Nach draußen dürfen Bürger zwischen 22 und 5 Uhr aber nur noch mit triftigem Grund das Haus verlassen. Dazu zählen notwendige medizinische, psychosoziale oder veterinärmedizinische Behandlung, die Wahrnehmung einer beruflichen Tätigkeit, der Besuch von Gottesdiensten und ähnlicher religiöser Veranstaltungen und der Besuch naher Angehöriger, wenn diese von Behinderung betroffen oder pflegebedürftig sind.
Auf den Fahrplan von Üstra und Regiobus hat die Ausgangssperre keine Auswirkungen. Somit fahren die beiden Verkehrsunternehmen auch vom 1. bis 12. April weiterhin nach dem Regelfahrplan. "Dadurch wird das Mobilitätsangebot für die Fahrgäste, die auf den ÖPNV angewiesen sind, aufrechterhalten", heißt es zur Begründung. Die Nachtverkehre werden wie bereits seit Beginn des Lockdowns weiter ausgesetzt.

Ziel sind weniger abendliche Treffen

Von der Ausgangssperre verspricht sich die Region vor allem deshalb einen Erfolg, weil eine Verschiebung des Infektionsgeschehens hin zu jüngeren, mobilen Altersgruppen zu verzeichnen sei. „Von einer Ausgangssperre erwarten wir, dass abendliche Treffen, insbesondere jüngerer Leute, eingeschränkt werden", erläutert Regionspräsident Hauke Jagau. Allerdings sei der Beginn bewusst nicht wie vom Land vorgesehen auf 21 Uhr, sondern auf 22 Uhr gesetzt worden. „Viele Supermärkte haben bis 22 Uhr geöffnet. Und wer bis 20 Uhr arbeitet, sollte wenigstens noch die Chance haben, etwas spazieren gehen zu können“, sagt Jagau.
Er erwarte, dass die Polizei bei den Kontrollen mit Augenmaß vorgehe und die Plausibilität der Erklärungen prüfe, wenn Menschen nach 22 Uhr draußen angetroffen würden. Einen Passierschein werde die Region Hannover nicht ausstellen.

Erweiterte Maskenpflicht


Außerdem gilt ab dem 1. April im Treppenhaus von Mehrfamilienhäusern mit mehr als fünf Wohnungen Maskenpflicht. Auch in privaten Fahrzeugen müssen alle Insassen, bis auf der Fahrer, einen Mund-Nasen-Schutz tragen, wenn sie nicht zum selben Haushalt gehören. „Die Nachverfolgung von Covid19-Infektionen hat gezeigt, dass das Auto einer der Ansteckungsorte ist“, berichtet der Regionspräsident. Er hoffe, dass diese Regelungen auch die Sensibilität für Gefahrensituationen schärften.
Zudem wird die Maskenpflicht am Nord- und Ostufer des Maschsees und an der Uferpromenade am Steinhuder Meer zeitlich ausgeweitet: Ab Donnerstag, 1. April, müssen dort von 9 bis 21 Uhr Mund-Nasen-Bedeckungen getragen werden. „Mit der Zeitumstellung und dem schöneren Wetter halten sich die Menschen länger draußen auf. Das müssen wir berücksichtigen“, begründet Jagau.
Eine allgemeine Maskenpflicht im öffentlichen Raum wird es in der Region Hannover hingegen vorerst nicht geben. Die Regionsverwaltung hatte geprüft, ob dies ein probates Mittel sein könnte, um die Infektionszahlen zu drosseln und gegebenenfalls auf eine Ausgangssperre verzichten zu können. Das Ziel war zudem, eine größere Klarheit zu schaffen. „Vor dem Hintergrund der Rechtsprechung der vergangenen Monate sehen wir wenig Chancen, dass ein solche Regelung hält. Alles andere wäre Flickwerk und würde keine Klarheit bringen“, sagt Jagau.

Anmerkung: In einer früheren Version des Artikels hieß es, dass sich in Niedersachsen aktuell die Angehörigen eines Haushalts mit zwei weiteren Personen treffen dürfen. Dies gilt allerdings nur für Kommunen mit einem Inzidenzwert von unter 100. Da die Inzidenz in der Region Hannover über 100 liegt, gilt die strenge Fassung, wie sie jetzt oben beschrieben ist.