Bäume und Sträucher für Eichhörnchen

Eichhörnchen sind nicht nur im Wald anzutreffen, sondern auch in Parks und Gärten. (Foto: Nabu/Marc Scharping)

Der Nabu Niedersachsen gibt Tipps für Artenvielfalt im eigenen Garten

REGION (r/fh). Mit rotbraunem Fell, buschigem Schwanz und schwarzen Knopfaugen nimmt das Europäische Eichhörnchen viele Natur- und Tierfreunde für sich ein. Während es in früheren Zeiten nur im Wald zu beobachten war, hat es längst auch Gärten und Parks erobert und ist selbst in der Mitte von Großstädten anzutreffen. Auch weil die Besiedlung immer dichter wird und es weniger unberührte Natur gibt. „Noch gehört dieses Säugetier nicht zu den gefährdeten Arten“, berichtet Rüdiger Wohlers vom Nabu Niedersachsen.
Trotzdem ruft er dazu auf, sich für den Schutz der Eichhörnchen einzusetzen. Denn auch seien davon betroffen, dass durch Siedlungs-, Gewerbe- und Straßenbau immer mehr Grün verschwinde und vor allem auch alte heimische Bäume entfernt würden. "Wer daher im Garten für das Eichhörnchen aktiv werden möchte, sollte im Garten heimische Bäume und Sträucher pflanzen", empfiehlt Wohlers. Davon würden auch viele andere Arten profitieren wie Kleiber, Igel, Erdkröte und Spitzmaus. Zusätzlich könne für die Eichhörnchen im Garten ein kleiner Futterautomaten mit Samen und Nüssen angebracht werden, der im Fachhandel erhältlich ist. 
Außerdem stellt der Nabu ein Info-Paket zur Verfügung, bestehend aus der Broschüre „Gartenlust“ und dem Merkblatt „Eichhörnchen – So helfen Sie ihnen“, in dem auch Tipps für aufgefundene Eichhörnchen gegeben werden. Interessierte können es anfordern gegen Einsendung von fünf Briefmarken je 80 Cent beim Nabu Niedersachsen, Stichwort „Eichhörnchen“, Alleestraße 36, 30167 Hannover.
Eichhörnchen können ein für kleine Säugetiere mit hoher Herzfrequenz recht hohes Alter erreichen. Mitunter werden sie sogar neun oder zehn Jahre alt. Sie bauen sich „Nester“, so genannte Kobel – in der Regel mit zwei Aus- und Eingängen versehen, um eventuell eindringenden Feinden entgehen zu können. Diese werden oft in den äußersten Zweigen der Kronen hoher Bäume kunstvoll aus Zweigen errichtet. Meist kommen fünf Junge zur Welt, von denen in der Regel nur eines oder zwei den ersten Sommer überstehen. Die Jungen verbleiben gut acht Wochen in der Obhut der Mutter, die sich alleinig um die Aufzucht kümmert.
Eichhörnchen können selbst in großen Höhen an Bäumen und auf Zweigen unterwegs sein. Dabei balancieren sie sich geschickt aus und nutzen bei den wagemutigen Sprüngen den langen, buschigen Schwanz wie das „Seitenruder“ eines Flugzeugs. Wohlers hat auf seinem eigenen Balkon seit Jahren beobachtet, wie Eichhörnchen am Stamm einer nahen Roteiche hinauflaufen und dann auf den Balkon springen – und sich am dortigen Haselnussstrauch sowie einem hölzernen Eichhörnchen-Futterautomaten gütlich zu tun.
Eichhörnchen sind für ihre Vorratswirtschaft bekannt. „Im Herbst geht es rund“, sagt Rüdiger Wohlers: „Dann werden große Mengen an Samen, Nüssen und Kernen verbuddelt, die das Eichhörnchen dann in der kalten Jahreszeit aufgrund ihres sehr guten Geruchssinns wiederzufinden hofft – was nicht immer geschieht. Die Folge: Eichhörnchen sind ‚unfreiwillige Nebenförster‘, da dadurch viele Bäume und Sträucher gepflanzt werden“, so der Naturschützer. Natürliche Feinde des Eichhörnchens sind Baummarder und Greifvögel. Auch Katzen können ihm, wenn sie in größerer Anzahl durch sein Revier streifen, gefährlich werden, insbesondere den Jungtieren.