Arbeitsagentur zieht Bilanz für 2020

Arbeitslosenquote ist in der Region auf 7,5 Prozent gestiegen / Weniger Bewerber für duale Ausbildung

Region (r/fh). Der Lockdown im Einzelhandel, Absagen von Veranstaltungen und Messen und massive Reisebeschränkungen - aufgrund der Corona-Epidemie ist die wirtschaftliche Lage in vielen Branchen schwierig. Die Arbeitsagentur Region Hannover hat jetzt Bilanz gezogen, wie sich das 2020 auf den Arbeitsmarkt ausgewirkt hat.
Demnach waren in der Region durchschnittlich rund 47.400 Personen arbeitslos und damit 7200 mehr als 2019. Die Arbeitslosenquote stieg dadurch von 6,4 auf 7,5 Prozent. Das sei im Wesentlichen auf die Auswirkungen der Pandemie zurückzuführen. Im Bereich der einzelnen Geschäftsstellen lag die Arbeitslosenquote im Altkreis bei 6,7 Prozent (Burgdorf), 5,5 Prozent (Lehrte) und 4,3 Prozent (Burgwedel). Betroffen waren vom Anstieg der Arbeitslosigkeit vor allem das verarbeitende Gewerbe, Autohändler und -werkstätten, Verkehr und Lagerei sowie das Gastgewerbe.
Nach Einschätzung der Arbeitsagentur hat das Kurzarbeitergeld aber Schlimmeres verhindern können. Von März bis November 2020 haben Unternehmen in der Region Hannover für insgesamt etwa 208.400 Beschäftigte Kurzarbeitergeld angemeldet. Die höchste Zahl an Leistungsempfängern wurde zu Beginn der Pandemie im April mit 103.567 Kurzarbeitern erreicht. „Es ist uns gelungen Kurzarbeitergeld zügig zu bearbeiten, damit die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sowie die Betriebe ihr Geld bekommen und dadurch Arbeitsverhältnisse gesichert werden“, so Heike Döpke, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Hannover.
Auch beim Ausbildungsmarkt hat sich die Corona-Epidemie bemerkbar gemacht. Die Unternehmen in der Region haben zwar in etwa so viele Ausbildungsplätze angeboten wie 2019, die Zahl der Bewerber ist allerdings deutlich um 11,4 Prozent zurückgegangen. "Aufgrund des Lockdowns sind Praktika zurzeit nicht möglich und den Jugendlichen und Betrieben ist das Kennenlernen sehr erschwert", nennt Döpke einen möglichen Grund. Die Nachfrage nach schulischen Angeboten sei dadurch hoch. "Trotzdem werben wir für den direkten Einstieg in die duale Ausbildung“, fügt die Geschäftsführerin der Arbeitsagentur hinzu. Sie rechne damit, dass die Zahl der Ausbildungsplätze auch 2021 nicht wesentlich sinke, da die Unternehmen ihren Fachkräftebedarf in Zukunft decken wollen. Auf Seiten der Bewerber bleibe die Situation aber voraussichtlich angespannt.
Im Januar ist die Arbeitslosenquote angesichts des verlängerten Lockdowns erneut angestiegen und liegt jetzt bei 8,1 Prozent. Es sind jetzt rund 51.300 Menschen arbeitslos gemeldet - fast ein Viertel mehr als vor einem Jahr. Im Januar 2020 gab es etwa 41.600, was einer Quote von 6,6 Prozent entsprach. Grund für diese Entwicklung sei vor allem, dass es zur Zeit weniger Stellen gebe und es für Arbeitslose dadurch schwieriger sei, einen neuen Job zu finden. "Insofern hoffen wir, dass die von der Pandemie betroffenen Betriebe und Unternehmen bald wiedereröffnen können und dann auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einstellen. Im Frühjahr zum Saisonbeginn rechne ich mit einer Erholung am Arbeitsmarkt“, so Döpke.