Allerweltsvogel gerät in Not

Der Star gilt heute als gefährdet. (Foto: Nabu/Ralf Huber)
 
Wer dem Star helfen möchte, kann in seinem Garten Nistkästen anbringen. (Foto: Nabu)

Der Star wird auf der Roten Liste als gefährdet eingestuft / Nabu gibt Tipps, um ihm zu helfen

Region (r/fh). Vor 20 bis 30 Jahren war der Star noch allgegenwärtig in den Städten und Dörfern: Mal waren die Menschen ihm dankbar, weil er Raupen und anderes Kleingetier aus ihren Gemüsebeeten holte. Mal wollten sie ihn verscheuchen, weil er Kirschen und Beeren mopste. Doch seitdem ist der Bestand dieser Vogelart um mehr als zehn Prozent zurückgegangen. Heute wird der Star auf der Roten Liste geführt und als gefährdet eingestuft.
Dem Nabu zufolge liegt das vor allem daran, dass viele seiner angestammten Lebensräume verloren gingen: So gebe es beispielsweise immer weniger Obstwiesen mit vielen alten Bäumen, Waldsäume mit Totholz und auch Wiesen und Weiden hätten sich verändert. Dazu trage die intensive Landwirtschaft ebenso bei wie der enorme Landschaftsverbrauch für Bau-, Gewerbe- und Verkehrsflächen.
Deshalb fehlten dem Star nicht nur Nistplätze und Rückzugsmöglichkeiten, sondern auch Futter. Denn er ernähre sich bevorzugt von Insekten und ihren Larven, Würmern und andere Kleintieren. Diese sind vor allem im Grünland zu finden und werden von den Staren gern aus dem Boden nach oben befördert. "Doch gerade diese artenreichen Grünländereien verschwinden rapide: Wo nur noch Industriegräser auf verdichteten Böden stehen, die zudem ihren ersten Schnitt oft bereits Anfang April erfahren, da gibt es für den Star kein Leben, keine Nahrung", sagt Rüdiger Wohlers vom NABU Niedersachsen.
Wer dem Star helfen möchte, der sollte, so Rüdiger Wohlers, seinen Garten naturnah gestalten, sodass er dort stets ausreichend Nahrung, vor allem Insekten, findet: „Auch Gemüsegärten stehen bei Staren hoch im Kurs“, weiß der Nabu-Experte aus eigener Erfahrung.
Außerdem ruft er dazu auf, Nistkästen für Stare an Bäumen, Wänden oder Stangen angebracht werden. Im Fachhandel sind Exemplare aus Holzbeton erhältlich. "Sie können aber auch einfach aus Holz selbst gebaut werden. Es sind eigentlich überdimensionale Meisenkästen“, sagt Wohlers. Er empfiehlt dafür einen Fluglochdurchmesser von 45 Millimetern.
Stare brüten ein bis zweimal pro Jahr. Dabei wird die Brut von beiden Elternvögeln betreut. Sie richten sich dafür in den künstlichen Nistkästen ein oder beispielsweise in Spechthöhlen, hinter Dachziegeln mit Einschlupflöchern und anderen Hohlräumen. Sie haben kein ausgeprägtes Revierhalten, sodass oft mehrere Paare eng beieinander brüten. Nur das unmittelbare Nest möchten sie für sich haben.
Die heimischen Stare überwintern vor allem in Frankreich, den Benelux-Ländern, Spanien und Großbritannien; sie ziehen selten weiter als 2000 Kilometer. Die Stare, die man hierzulande im Winter sieht, stammen wiederum im Wesentlichen aus kälteren Bereichen in Osteuropa und Skandinavien und ziehen im Frühjahr zurück in ihre Heimatregionen.
Der NABU hat ein Info-Paket zusammengestellt, es umfasst eine ausführliche Bauplansammlung für Nisthilfen aller Art und eine weitergehende, reich bebilderte Broschüre zu Vogelarten und ihrem Schutz im Garten. Das Info-Paket kann angefordert werden gegen Einsendung von 5 Euro beim Nabu Niedersachsen, Stichwort „Vögel im Garten“, Alleestraße 36, 30167 Hannover. Wer Fragen zum Star oder zu anderen Tier- oder auch Pflanzenarten hat, kann sich an das Nabu-Gartentelefon „Ihr Draht zur Natur“ wenden. Es ist montags bis freitags, jeweils von 9 bis 14 Uhr erreichbar, unter der Rufnummer (0511) 911050.