"Allein hätte ich es nie geschafft!"

Der frischgebackene Bundesverdienstkreuzträger Fritz Röttger (Mitte) mit Regionspräsident Hauke Jagau (re.) und Burgdorfs Bürgermeister Alfred Baxmann (li.). Foto: Georg Bosse
 
Manfred Scheller (re.) aus Hänigsen hatte zur Ordensverleihung einen gerahmten Zeitungsbericht mit Foto aus 1980 mitgebracht. Aus dem Jahr, in dem Fritz Röttger (li.) seinen Dienst als Jugendpfleger der Gemeinde Uetze angetreten hatte. Foto: Georg Bosse

Bundesverdienstkreuz an Fritz Röttger verliehen

HANNOVER/BURGDORF/UETZE (gb). Fritz Röttger, ehrenamtlich unermüdlicher Tausendsassa und Weihnachtsmann hat am vergangenen Freitag im Haus der Region vom Regionspräsidenten Hauke Jagau das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland an die linke Brust geheftet bekommen. "Der Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier verleiht diese Auszeichnung in Anerkennung der besonderen Verdienste von Fritz Röttger um das Allgemeinwohl", hob Jagau zu seiner Laudatio an. Der in Hannover/Linden geborene 75-Jährige engagiert sich seit 38 Jahren im sozialen Bereich. "Mit dieser Auszeichnung verneigt sich die Bundesrepublik vor ihnen", sagte Jagau. 
Unter den knapp 50 geladenen Gästen waren langjährige Freunde und Weggefährten, wie Burgdorfs Bürgermeister Alfred Baxmann, Hänigsens Ortsbürgermeister Norbert Vanin und das Pastorenehepaar Susanne und Matthias Paul (Ehlershausen/Burgdorf), der Ex-Ortsbürgermeister von Ramlingen/Ehlershausen Klaus-Dieter Walter, Alfred Runge (Ehlershausen) und Karl-Heinz Meyer (Otze), Horst Schaefer (Altmerdingsen) und Doris Zander (MüZe), der noch amtierende Leiter des Burgdorfer Bürgerbüros Walter Vierke, Gero von Oettingen (DRK Burgdorf), Carmen Bleicher (Stadtwerke Burgdorf) mit Tochter Sabrina sowie Dieter Vogelsang aus Ehlershausen, wo auch der frischgebackene Ordensträger seit vielen Jahren zuhause ist. Dieter Vogelsang hatte den Anstoß zu dieser Auszeichnung gegeben, als er die Niedersächsische Staatskanzlei schriftlich über das jahrzehntelange soziale Engagement Röttgers informierte.
Fritz Röttger kam 1960 nach Burgdorf und war maßgeblich für den Aufbau den Hauses der Jugend in Ehlershausen verantwortlich. Von 1980 bis zum Vorruhestand 2004 war er Gemeindejugendpfleger im Freizeitland Uetze. 1991 organisierte er mit dem DRK Uetze eine tonnenschwere Hilfsaktion für notleidende Soldatenfamilien im russischen Wolgograd (vormals Stalingrad). "Es war uns eine Herzensangelegenheit Menschen aus Deutschland und der (noch) Sowjetunion zusammenzubringen", erklärte Horst Schaefer.
"Fritz Röttger ist in der Rolle des Burgdorfer Weihnachtsmannes eine ortsbildprägende Person geworden. Immer wenn Fritz in Burgdorf zur Vorweihnachtszeit "on Tour" ist, bekommt man das Gefühl, dass in der kleinen Stadt vieles noch in Ordnung ist", beschrieb Alfred Baxmann in seiner würdigenden Ansprache einen Menschen, der trotz eigener Schicksalsschläge immer ein "optimistisches Stehaufmännchen mit viel Lebensfreude" geblieben sei und von dem er vermutet, als gelernter Schornsteinfeger die Kamine leer gefegt zu haben, durch die er dann als freundlicher älterer Herr mit dem weißen Bart kommt.
Des Weiteren kümmert sich der Ausgezeichnete seit mehreren Jahren als Engagementlotse um den Nachwuchs im Ehrenamtsbereich. Zu diesem Nachwuchs gehört Sabrina Bleicher, die einen Brief des ehemaligen Regionspräsidenten Michael Arndt verlas, in dem dieser Fritz Röttger zu der hohen Anerkennung und Würdigung gratulierte. "Jugend- und Ehrenamtsarbeit funktioniert dann gut, wenn die Menschen mitgenommen werden. Allein hätte ich es nie geschafft", bedankte sich Röttger just in dem Moment, als ein wenig "Puderzucker Gottes", so Pastorin Paul, vom Himmel rieselte.