Zwei weitere Elternbegleiterinnen ausgebildet

Familien mit Migrationshintergrund sollen gefördert werden

UETZE (r/jk). Mit dem Programm Rucksack unterstützt und begleitet die Region Hannover seit 2009 die sprachliche Entwicklung der Kinder vom Eintritt in die Kita bis zur Einschulung. Im Fokus liegt die Förderung des Spracherwerbs über die Herkunftssprache und der parallelen Förderung von Deutsch als Zweitsprache unter Berücksichtigung der Lern- und Lebenssituationen der Kinder. Damit sollen die Bildungs- und Startchancen von Kindern und Jugendlichen verbessert und Mehrsprachigkeit als identitätsstärkende Kompetenz einbezogen werden.
Rucksack KiTa berücksichtigt die Entwicklung der Kinder in Bezug auf ihre Lebenswelt und Familie, bezieht die Kindertageseinrichtung als zentralen Bildungsort ein und unterstützt die Zusammenarbeit von pädagogischen Fachkräften und Müttern. Die interkulturelle Öffnung ist ein fester Bestandteil des Rucksackprogramms und wirkt sich positiv auf das Miteinander aller beteiligten in den Kindertagesstätten aus.
Bereits seit 2012 wird das Elternbildungs- und Sprachförderprogramm Rucksack-Kita von zwei ausgebildeten „Rucksackmüttern“ im Familienhaus Uetze (ehemals Hexenhaus) in der Gemeinde Uetze durchgeführt. Seit Beendigung der Fördermaßnahme durch die Region Hannover 2014 werden beide Elternbegleiterinnen durch die Gemeinde Uetze finanziert. In der wöchentlich stattfindenden „Rucksack-Gruppe“ kommen Mütter aus verschiedenen Kulturen zusammen. Hier erhalten sie mehrsprachige Anregungen und Materialien zur Sprachförderung ihrer Kinder. Die Begegnungen, der Austausch über Erfahrungen, die Vernetzung des gesamten Umfeldes sowie das gemeinsame Lernen stärken die Erziehungskompetenz und unterstützen die Allgemeinentwicklung der Kinder.
Besonders hervorzuheben ist in 2016 die enge Zusammenarbeit der Rucksackmütter mit der KiTa. Ihre sprachlichen Kompetenzen (Mehrsprachigkeit) sowie die eigenen Erfahrungen die Heimat zu verlassen, trugen dazu bei, mit den zugewiesenen Familien mit Fluchterfahrungen, die in der Gemeinde Uetze ein neues Zuhause gefunden haben, schnell in einen guten Kontakt miteinander zu kommen. So suchten z.B. pädagogische Fachkräfte in Begleitung der Rucksackmütter die Familien auf, luden zu den Sprachförderangeboten in die Kita und in weitere stattfindende Angebote für Familien ein. Dank der Dolmetschertätigkeit konnten die Familien sehr gut informiert werden und so Hemmschwellen schnell abgebaut werden.
Praxisberaterinnen der Region Hannover bildeten nun zum zweiten Mal in der Gemeinde Uetze ausgewählte Mütter mit Migrationshintergrund zu Elternbegleiterinnen aus. Beide arbeiteten sich von Oktober 2016 bis Juni 2017 in die Inhalte und Ziele des Programms ein und erprobten mit Kindern die Materialien zum Einsatz der Sprachförderung in „ Rucksack-Gruppen.“
Im Rahmen einer kleinen Feierstunde werden Ayfer Günenc und Nazira Tayan am 22. Juni ihr Abschlusszertifikat erhalten.
Ab August 2017 soll dann eine weitere „Rucksack- Gruppe“ in der Villa Kunterbunt starten, zu der die frischgebackenen Elternbegleiterinnen ganz herzlich einladen.
Das erste Treffen findet am 15. August von 8.00 bis 10.00 Uhr in der Villa Kunterbunt, Hasenflucht 2, in Uetze, statt. Alle interessierten Mütter mit Migrationshintergrund sind herzlich eingeladen, das neue „ Rucksackangebot“ kennenzulernen. Kinder können mitgebracht werden. Das Angebot ist kostenlos. Eine Anmeldung ist nicht notwendig.
Die Region Hannover stellt jährlich 25.000 Euro für die Umsetzung des Programms zur Verfügung. Weiterhin wird Rucksack KiTa um den Baustein „Willkommen Kinder (WiKi)- Region Hannover“ erweitert, um schnell und passgenau auf die aktuelle Situation der Flüchtlingsbewegung zu reagieren. Mit diesem Programm bietet die Region Hannover Kindern aus Flüchtlings- und Asylbewerberfamilien die Förderung von Deutsch als Zweitsprache für Kinder im Alter von 0 bis 6 Jahren an.
Als Jugendhilfeträgerin ist die Region Hannover zuständig für 16 der 21 regionsansässigen Städte und Gemeinden, die über kein eigenes Jugendamt verfügen.