„Wir Kinder in Hänigsen hatten damals eine schöne Zeit!“

Erneut nach 22 Jahren trafen sich die Jugendfreunde in Hänigsen am Wohnhaus der Familie Büring wieder. (Foto: Dana Noll)

Nach 22 Jahren wieder ein Familien- und Nachbarschaftstreffen

HÄNIGSEN (dno). Etwa 23 ehemalige Spielkameraden und Ehepartner waren zum Nachbarschaftstreffen in die Altmerdingser Straße gekommen. Hier, um das Elternhaus von Elfriede Büring, wurde getobt, Völkerball gespielt und im Winter in die Fillerkuhle gerodelt.
„Es waren harte Zeiten, aber schöne“, so die Jugendfreunde. „Alle haben zusammen gehalten!“ Die ehemaligen Kinder aus Hänigsen sind heute zwischen 75 und 91 Jahre alt. Viele wohnen nicht mehr in Hänigsen und sind zu diesem ungewöhnlichen Vormittag angereist. Das letzte Treffen fand vor 22 Jahren statt! Elfriede Büring, die mit elf Geschwistern in dem Fachwerkhaus an der Gabelung der Altmerdingser Straße und der Schwüblingser Straße (heute: Rälingser Straße 1) aufwuchs, initiierte das damalige Treffen.
Auch diesmal trafen sich die Senioren an der „Turmvilla“, die von Zimmermeister Wilhelm Papenburg erbaut wurde. „Viele hätte ich gar nicht wieder erkannt“, so Marianne Scholz. Auch das ehemals schöne Fachwerkhaus hätten viele nicht wiedererkannt. Der Balkon ist verschwunden und es wirkt, „in die Jahre gekommen“. „Auch die Außenanlagen sind nicht gepflegt, sehr schade“, bedauerte Marianne Scholz.
„Weißt du noch?“, war die häufigste Frage, die an diesem Vormittag gestellt wurde. Viele Erinnerungen sind leicht verblasst, aber immer noch präsent in den Köpfen und Erzählungen der Jugendfreunde. Nach 1945 mussten alle ein wenig zusammen rücken, und zu den im Haus lebenden vier Familien wurden noch Vertriebene untergebracht. Die Kinder spielten überwiegend auf der Straße und das „bei Wind und Wetter“. Zum Essen kamen alle an einem großen Tisch zusammen und „es herrschte Ruhe“. Die Kinder mussten sowohl im Haushalt als auch in der Landwirtschaft mit anpacken. „Das war völlig normal, das alle mithalfen, ob Groß oder Klein“, so Scholz. „Trotz Entbehrungen hatten wir eine schöne Jugendzeit!“
Zum Mittagessen ging es in den Sandkrug in Hänigsen. Hier wurde noch bis in den späten Nachmittag bei Kaffee und Kuchen geklönt. Willi Büring hatte sein Akkordeon dabei und es wurde viel gesungen und gelacht – als wäre die Zeit nie vergangen!