Viermal Vorhang auf für „Dreimal Schwarzer Kater“

Das wunderbar aufgelegte Ensemble „Der Spielerei“ begeisterte das Publikum. (Foto: Die Spielerei)
 

„Die Spielerei“ begeisterte das Publikum in der Uetzer Agora

UETZE (r/jk). Das Licht in der Uetzer Agora wird gedämmt, der Vorhang öffnet sich und noch bevor die Scheinwerfer das Bühnenbild erstrahlen lässt, brandet Applaus im Publikum auf, gemischt mit zahlreichen „Ahs“ und „Ohs“. Dieses Szenario spielte sich bei allen vier Aufführungen der Uetzer „Spielerei“ ab, als sie an den letzten beiden Aprilwochenenden ihre diesjährige Produktion „Dreimal Schwarzer Kater“ von Heidi Mager aufführte. Doch nicht allein das Bühnenbild löste Begeisterung aus.
Alle vier Aufführungen waren nahezu ausverkauft und rissen das Publikum mit. Das kommödiantische Potenzial des Laien-Ensembles steigerte sich von Abend zu Abend. Doch was heißt hier eigentlich „Laien-Ensemble“? Die Schauspielgruppe um Gesamtleiterin Maren Gille braucht einen Vergleich mit Profibühnen keineswegs scheuen, so auch die oft gehörte Resonanz aus dem Uetzer Publikum.
Die Boulevardkomödie der schwäbischen Autorin und Regisseurin Heidi Mager passte hervorragend zur „Spielerei“, die das Stück mit einigen Lokalkolorit anreicherte. Mit Tempo und Leichtigkeit spielte sich das Team der „Spielerei“ gut aufeinander eingespielt durch das zweistündige Stück.
Die Handlung ist schnell erzählt: Oliver Schobel (Nils Veith) legt den von Eva Settler (Katja Wiegmann) überfahrenen Kater seiner Mutter Claudia (Antje Laufer) dem Nachbarn in die Garageneinfahrt. Als dieser nach Hause kommt, glaubt er den Kater getötet zu haben und gerät beim Versuch, den Kater verschwinden zu lassen, in große Not: schließlich legt Norbert Dreher (Stephan Schwarzer) den Kater erst in Schobels Mülltonne ab, holt ihn dann wieder heraus (herrlich wie Stephan Schwarzer in der Papiertonne verschwindet) und legt ihn schließlich seinem Nachbarn/Freund/Kollegen Reinhard Schobel in die Garageneinfahrt, so dass auch dieser, gespielt von Oliver Wempe, glaubt, den Kater überfahren zu haben. Dass dabei auch noch ein Gemälde von Schobels Schwester Doris (Maren Gille) ruiniert wird und die auf Yoga und Yogalehrer fixierte Nachbarin Brigitte Dreher (Michaela Rummler) keineswegs nur zu Ruhe und Entspannung beiträgt, macht die Qualität dieses Lustspiels aus. Dieses wurde zu keiner Zeit langweilig, wozu auch die zahlreichen verbalen Scharmützel unter den handelnden Personen beitrugen.
Andrea Hennigs hat als Regisseurin eine Komödie inszeniert, die nie drohte, ins Flache abzugleiten, sondern stets dem Anspruch gerecht wurde, das Publikum zu unterhalten. Dieses ist ihr gemeinsam mit dem wunderbar aufgelegten Ensemble mit Bravour gelungen. Ebenso herausragen war erneut das Bühnenbild für das Melanie Lüdtke und Andrea Cremer sich verantwortlich zeigten. Die Licht- und Tontechnik lag in den bewährten Händen von Per Hohmann.
Mit ihrer dritten Inszenierung gehört die „Spielerei“ endgültig zum kulturellen Inventar der Fuhsegemeinde. Und so darf man gespannt sein, was sich die „Spielerei“ im kommenden Jahr einfallen lassen wird, um dieses komödiantische Niveau zu halten. Voraussichtlich im Februar 2017 heißt es dann wieder „Vorhang auf!“