Südlink-Diskussion geht in neue Runde

Dr. Elisabeth Benecke und Alexandra Schmidt (links) von der Firma Tennet standen Rede und Antwort zum geplanten Trassenbau. (Foto: Dana Noll)

Leitungsführung und mögliche Nachteile waren Hauptthema

UETZE (dno). Die Diskussionen über die Leitungsführung der Tennet-Stromtrasse durch die Gemeinde Uetze, insbesondere durch Hänigsen, waren Kernpunkt einer öffentlichen Sitzung im „Sandkrug“. Vor den Rats- und Ortsratsgremien sowie zahlreichen Einwohnern standen Dr. Elisabeth Benecke und Alexandra Schmidt vom Netzbetreiber Tennet Rede und Antwort.
Fest steht – Südlink kommt. Ende 2018 will die Bundesnetzagentur den Korridor festlegen, 2025 ist die Inbetriebnahme geplant. Fest steht auch, wo die Trasse beginnen wird und wo sie endet. „Was dazwischen passiert, darüber lässt sich reden“, so Benecke. Und darüber wurde geredet oder vielmehr diskutiert. Vor allem die Landwirte machen sich große Sorgen. Obwohl Tennet versichert, Lösungen zu finden, die geringste Auswirkungen auf Mensch und Natur haben, fehlt das Vertrauen vieler Bürger in das Projekt und die bisherigen Zusagen. Das war auch in der Sitzung des Uetzer Ratsausschusses für Verkehr, Umwelt und Planungen und der Ortsräte deutlich zu spüren. Der Fokus lag ganz besonders auf dem Streckenverlauf sowie der Auswirkungen für die Landwirtschaft.
Nach der aktuellen Planung des Stomnetzbetreibers Tennet soll der Südlink in der Gemeinde Uetze östlich von Obershagen und dann zwischen Hänigsen und dem Ortsteil Riedel verlaufen und dann südöstlich von Schwüblingsen das Gemeindegebiet verlassen. Naturschutzgebiete sowie Wohnsiedlungen bleiben unberührt, zu Einzelgehöften würde ein größtmöglicher Abstand gehalten werden. Die Kommune favorisiert allerdings, die Erdkabel nördlich von Riedel zu verlegen, um „den Ort nicht zu zerschneiden.“
Christian Feldmann, Landwirt in Hänigsen, kritisierte die Streckenführung und schlug vor, vorhandene Wege und Strukturen zu nutzen, um den Verlauf daran anzupassen. „Es wird nicht die Mittellinie werden. Vor Ort werden Detailplanungen gemacht“, beruhigte Schmidt.
Die Angst um sinkende Immobilienpreise, Konsequenzen für die Gesundheit oder auch Bodenschäden, die Ernteausfälle hervorrufen können, entkräftigte Tennet und verwies auf ihre bereits laufenden Projekte. Doch das Landvolk macht sich weiterhin Sorgen. Nicht umsonst wurden über 7.000 Hinweise aus den Ortsteilen gezählt, „die auch überwiegend berücksichtigt wurden“, so Benecke.
Auch das Thema Entschädigung wurde besprochen. „Wo bleiben die Garantien für einen längeren Zeitraum? Was passiert mit Ernteausfällen? Was ist mit Spätschäden? Was passiert während die Erdarbeiten laufen?“ Tennet bat, „um Verständnis für das Verfahren“. „Wir befinden uns in der großmaßstabigen Betrachtungsebene. Die Bedenken können wir verstehen. Aber diese Konfliktpunkte werden erst später im Detail geklärt“, so Benecke weiter. Doch die Landwirte wollten Antworten – möglichst genau und vor allem jetzt!
Die Bundesnetzagentur prüft derzeit alle Hinweise, auch mögliche Trassenvarianten – wann eine Entscheidung fällt, ist noch unklar.