Ortsbürgermeister berichteten, „was ihr Dorf bewegt“

Die Ortsbürgermeister kamen zum jährlichen Treffen und Austausch zusammen. (Foto: Dana Noll)
 
Im Sportverein Katensen wurde über vielfältige Themen diskutiert. (Foto: Dana Noll)

Trasse und Bauplanung weiterhin im Fokus der Gemeinde Uetze

KATENSEN/UETZE (dno). „Die Gemeinde Uetze hat Grund zum Klagen, aber das passiert auf sehr hohem Niveau“, treffender hätte Hans-Hermann Brockmann, Ortsbürgermeister in Eltze, das vorangegangene Gespräch nicht zusammenfassen können.
Beim jährlichen Treffen der Ortsbürgermeister/innen der Gemeinde Uetze, diesmal im Sportheim in Katensen, konnte vorwiegend positives aus den jeweiligen Ortschaften berichtet werden. Während im vergangenen Jahr die Flüchtlingssituation zentrales Thema war, ging es nunmehr um Bebauungsplanung, Verkehrsregelungen und – natürlich – den Südlink.
Hierbei machte Gemeindebürgermeister Werner Backeberg klar, „dass die Gemeinde Uetze eine Trassenänderung fordert und sprach sich dafür aus, die Erdkabel nördlich von Riedel zu verlegen.“ Netzbetreiber Tennet favorisiert die östliche Variante, bei der die Trasse direkt zwischen Hänigsen und dem Ortsteil Riedel verlaufen soll. Backeberg kritisierte, „dass dadurch eine gemeinsam Planung für die beiden Ortsteile erschwert werden würde, da eine Überbauung der Kabel nicht möglich ist“. Die Bundesnetzagentur prüft derzeit alle Hinweise - wann eine Entscheidung fällt, ist noch unklar. Werner Backeberg versprach aber, „dran zu bleiben.“
Weitere Großprojekte, die die Gemeinde umsetzt, sind das Feuerwehrhaus in Uetze sowie in Dollbergen der Umbau des Schulgebäudes unter dem Motto „Alle Kinder unter einem Dach“. Durch diese und weitere Investitionen war natürlich auch die Finanzsituation der Gemeinde ein Thema. Backeberg zeigte sich zuversichtlich:“Wir brauchen Unterstützung und haben diese auch angefordert. Der Innenminister hat uns 3,7 Millionen Euro in Aussicht gestellt.“
Mit Thomas Sörgel aus Katensen und Klaus Finger aus Uetze gesellten sich zwei neue Köpfe in die Runde. Thomas Sörgel gab den Wunsch nach einem „Laubsammelplatz“ weiter und den Unmut über die derzeitige Nutzung des alten Spritzenhauses. Das wies Backeberg von sich: „Wir haben das Gebäude wie Sauerbier angeboten. Es hat kein Interesse gefunden in der Ortschaft. Alle Auflagen hat der neue Eigentümer erfüllt.“
Klaus Finger, der mit Uetze die größte Ortschaft in der Gemeinde betreut, bedauerte, das „Aussterben der Gastwirtschaften im Dorf“ sowie, „dass es möglicherweise keinen Weihnachtsmarkt mehr geben wird.“ Der Umbau des Freibades, die Neugestaltung der Marktstraße sowie die Nutzung der Stötzner Schule würden Uetze derzeit beschäftigen. Backeberg konnte berichten, dass die Region Hannover zum 1. August 2018 das Schulgebäude im Erdgeschoss sanieren wird, um es dann als Förderschule zu nutzen.
Beide Ortsbürgermeister drangen auf die Notwendigkeit, neue Baugebiete und Bauplätze zu schaffen. „Wir haben viele bau-hungrige Familien“, so Sörgel.
„Bauplätze sind überall ein Thema. Wir müssen vor allem in Uetze neue Baugebiete schaffen. Das ist nicht so einfach, aber wir wissen um die Dringlichkeit“, erklärte Backberg.
In Schwüblingsen hingegen, so Eike Dralle, „sei der Ort aus seinen Dornröschenschlaf aufgewacht“. „Jetzt“, so der Ortsbürgermeister weiter, „passiert alles auf einmal, so wie das Neubaugebiet oder das Nahwärmenetz.“
In der zweitgrößten Ortschaft Hänigsen ist „man im Großen und Ganzen zufrieden“. Diskussionen über Südlink, den Dorftreff oder den neuen Investor des ehemaligen V-Marktes sind dennoch ein Thema.
Die Verkehrssituation beispielsweise an den Bahnhöfen in Dedenhausen oder in Dollbergen die Parkplatzsituation am Bahnhof sowie bei Sportveranstaltungen, ein fehlendes Hinweisschild für den Ortsverkehr in Altmerdingsen und die Geschwindigkeitsbegrenzung in Eltze, „damit die Autofahrer nicht so in das Dorf ballern“, standen weiter auf der Agenda.
Obershagen meldete erfreut, den „größten Zuwachs an Neubürgern zu haben.“ Gleich 68 Einwohner mehr sind zu verzeichnen, dass sicherlich auch dem Neubaugebiet geschuldet ist. Wie die neuen Dorfbewohner begrüßt werden können, wurde diskutiert. „Aus Datenschutzgründen ist das eher schwierig“, klärte Werner Backeberg auf. „Dennoch freue man sich über jeden Neubürger und die Dorfgemeinschaft geht offen damit um“, waren sich die Ortsbürgermeister einig.