Katenser Schützen trotzen der kühlen Witterung mit stimmungsvollen Festbällen

Die Schützenkönige aus Katensen mit ihren Scheiben und Scheibenträgern vor dem Umzug am Sonnabend. (Foto: Holger Staab)
 
Auch die Jugend musste sich mit wetterfester Kleidung und überdimensionalen Brillen schützen. (Foto: Holger Staab)

Uwe Semke regiert ein Jahr als Schützenkönig in Katensen

KATENSEN (hs). Als das erste Schützenfest im Uetzer Gebiet startete am vergangenen Wochenende das Volks- und Schützenfest in Katensen. Viele Einwohner, Gäste und Freunde des Schützenwesens waren dabei. Die 1. Vorsitzende Ute Miehe sprach von einer gelungenen Veranstaltung, die aber zumindest höhere Temperaturen und etwas weniger Feuchtigkeit verdient gehabt hätte. Aber die Schützen entgegneten der kalten Zeit mit stimmungsgeladenen Festbällen.
„Ein Erfolgsrezept gibt es leider nicht, man hofft jedes Jahr darauf, dass alle mitmachen und das Wetter mitspielt“, meinte Miehe. So ganz klappte das nicht, aber dennoch starteten die Katenser Schützen am Schützenfest-Freitagabend planmäßig ihre Königsproklamation. Auch der Bürgerkönig Uwe Gloe (144 Teiler) bekam an diesem Abend seine Königsorden überreicht. Wie immer gab es eine festliche und spannungsgeladene Stimmung im Festzelt, denn die eigentlichen Schützenkönige werden in Katensen erst in einem Stechen am Proklamationstag ausgeschossen.
Schützenkönig in diesem Jahr wurde Uwe Semke mit einem 105.5 Teilerschuss. Er wird die Königswürde bis zum nächste Schützenfest tragen. So wie auch Schützenkönigin Claudia Koegel (148,5 Teiler), Jugendkönigin Annabelle Sieroux (53,4), Kinderkönigin Katharina-Sofia Meyer (91,8) und Wichtelkönig Claas Meyer (41 Ring).
Die Tradition aber auch der Kontakt zu allen Einwohnern im Dorf wird in Katensen laut Miehe großgeschrieben: „Wir feiern unser Volks- und Schützenfest traditionell und laden alle Vereine und Verbände des Ortes dazu ein. Leider sind unsere Neubürger beim Schießen auf die Bürgerkönigsscheibe sehr zurückhaltend. Das ist schade, denn gerade auf diesem Fest trifft sich ja nun wirklich fast das ganze Dorf.“ Jugendliche aus dem Dorf und auch aus den Nachbarorten kommen nach Katensen zum Festplatz. „Allerdings haben diese eine andere Zeitvorstellung – für sie beginnt so ein Fest scheinbar erst gegen 22.00 Uhr“, sind die Erfahrungen der Katenser, die besonders auf das Jugendschutzgesetz achten und den Ausschank entsprechend leiten.
Auch in der Jugendarbeit im Verein wird einiges getan. Dazu Ute Miehe: „In unserer Jugendarbeit, das fängt bei den Wichteln an, sind wir ganz zufrieden, aber auch hier würden wir uns natürlich über mehr Zulauf freuen. Es geht um den sportlichen Aspekt, die Kinder werden an die Sportgeräte sachgemäß und altersgerecht herangeführt und richtig „ausgebildet“. Da wird sogar der Zappelphilipp ganz ruhig… und dann ganz stolz, wenn er auf dem Fest für seine Leistungen geehrt wird. Aus unseren Reihen sind schon einige Kreis-, Landesmeister und viele Teilnehmer an der Deutschen Meisterschaft hervorgegangen.“
Dennoch kämpft auch der Schützenverein Katensen mit Besucherrückgängen beim Volksfest. „Auch davon werden wir nicht verschont“, äußert sich Miehe zu diesem Thema, „allerdings ist uns bewusst, dass so ein Fest für Familien auch einen finanziellen Aspekt hat, Lebenshaltungskosten und vieles mehr sind in den letzten Jahren doch sehr gestiegen.
Früher gab es nicht an jedem Sonntag ein anderes Fest, da ging man zum Schützenfest um zu tanzen und Spaß zu haben.“
Am vergangenen Sonnabend hatten alle ihren Spaß, denn nach dem Anbringen der Schützenscheiben mit Bürgermeister und Ortsrat und dem Spielmannszug TSV Viktoria Ölsburg am frühen Nachmittag wurde am Abend zu den Klängen der Sunnyboys ein toller Festball gefeiert, der bis in die frühen Morgenstunden andauerte. Und auch der Sonntag war ein Erfolg. Nach dem erstmals warmen Königsessen mit Putenbrust und Lachsbraten im Festzelt wurde der Festumzug zum eigentlichen Höhepunkt.
Zuvor wurden aber Karl-Heinz Rosebrok, Peter Miehe und Alfred Bokemeier für 50-jährige Mitgliedschaft geehrt und auch der Heimatbund bekam als Vereinspokalsieger seine Anerkennung.
Am Nachmittag genossen die Schützen das Kinderprogramm und dann am Abend noch den letzten Festball und freuen sich jetzt, nach ein paar Tagen Abstand, eigentlich auch schon auf das nächste Jahr. „Im nächsten Jahr wollen wir unser Fest etwas ändern“, wagt Miehe einen Ausblick, „unsere Damenabteilung wird 50 Jahre jung und das ist eine Veränderung wert. Allerdings überlegen wir seit längerer Zeit, wie wir unser Schützenfest verändern können. Mehrere Mitglieder haben Vorschläge eingereicht und auch die anderen Vereine des Dorfes sowie die Dorfbewohner und die Jugendlichen werden mit einbezogen. Alle Vorschläge werden gesichtet und im Vorstand bearbeitet.“ Die Freude auf das nächste Jahr scheint also berechtigt.