Ein Nahwärmenetz in Schwüblingsen

Viele Schwüblingser informierten sich über die Möglichkeiten eines potentiellen Nahwärme- und Glasfasernetzes. (Foto: Eike Dralle)

Nahwärme- und Glasfasernetz ist in Planung

SCHWÜBLINGSEN (r/jk). Zur einer ersten Informationsveranstaltung haben sich am 23. Februar über 100 Einwohner im Saal des Veranstaltungszentrums Tritonus in Schwüblingsen eingefunden. Die Schwüblingser Jan Brennecke und Dieter Schönhöft haben im Vorfeld die Bewohner im alten Ortskern östlich der Beerbuschstraße besucht und die weit vorangeschrittene Idee einer Nahwärmeversorgung vorgestellt. Weiterhin ist vorgesehen, ein Glasfaserkabel bis in die Häuser zu verlegen, um langfristig eine schnelle und zuverlässige Internetversorgung sicherzustellen. Bei der Befragung hat sich herausgestellt, dass knapp 50 Eigentümer an dem Projekt grundsätzlich interessiert sind. Aufgrund dieser Resonanz wurde entschieden, das ganze Dorf im Rahmen einer Veranstaltung über das Vorhaben zu informieren.
Der Planer Martin Kopp, der schon viele Nahwärmenetze realisiert hat, hat das Projekt, die Technik, die Kosten und den Stand der Planungen vorgestellt. Eine zentrale Holzhackschnitzelheizung erwärmt das Wasser im Netz. Pufferspeicher an der Heizzentrale und in den Häusern sorgen für eine konstante Versorgung mit Wärme für Heiz- und Brauchwasser. Die vorhandenen Heizkessel und Öltanks können entfallen. Bei vielen Häusern wird so Platz für andere Nutzungen geschaffen, denn der Platzbedarf des einzubauenden Wärmetauschers entspricht in etwa dem eines aktuellen Gasbrenners.
Bei vorsichtiger Kalkulation ergibt sich ein Preis für Wärme, die derzeit den Kosten der vorhandenen konventionellen Wärmeerzeugung entspricht. Die zu erwartenden Steigerungen der Preise für Öl und Gas können abgemildert werden. Durch die Verwendung von nachhaltig erzeugtem Brennstoff wird nicht nur der CO2- Ausstoß deutlich gesenkt. Die Anlage arbeitet zudem auch noch annähernd klimaneutral. Nach Abschreibung des Wärmenetzes werden die Kosten weiter gesenkt.
In Ahnsbeck bei Celle wird eine vergleichbare Anlage bereits seit einigen Jahren genutzt. Hans- Georg Woltmann berichtete über seine Erfahrungen von der Planung über die Umsetzung bis zum erfolgreich laufenden Betrieb. Herr Onkes vom Genossenschaftsverband stellte die Vorzüge einer Genossenschaft heraus. Für ein Projekt dieser Art ist diese Gesellschaftsform besonders gut geeignet. Sollten sich Überschüsse ergeben, können die Wärmepreise gesenkt werden.
Im Anschluss ist Herr Blechschmidt von der Firma FNOH aus Hänigsen auf die aktuelle Breitbandversorgung in Schwüblingsen eingegangen und hat einen Ausblick in die Zukunft gegeben. Aufgrund steigender Kundenzahlen und größerer Bandbreiten ist mittelfristig der Bau einer Glasfaser-Anbindung des Dorfes geplant. Mit dem Bau des Nahwärmenetzes kann sowohl die Zuleitung im Dorfbereich als auch die Glasfaser-Leitung bis zum Haus im gleichen Graben mitverlegt werden.
Im Anschluss an die Vorträge haben viele Einwohner von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, Fragen zu stellen. Es kam zu einem aktiven Gesprächsaustausch.
Ziel ist es, genügend Mitglieder zu bekommen, um auch den westlichen Teil und damit das ganze Dorf mit Wärme und schnellem Internet zu versorgen. Interessierte werden gebeten, den Fragebogen möglichst kurzfristig auszufüllen. damit die Planung auf den tatsächlichen Bedarf abgestimmt werden kann. Bei Unklarheiten stehen Jan Brennecke und Dieter Schönhöft gern zur Verfügung.
Abschließend wurden alle Teilnehmer der Veranstaltung aufgerufen, sich aktiv in die noch zu gründende Genossenschaft mit einzubringen. Für die Planungs- und Bauzeit sowie für den späteren Betrieb der Anlage werden noch weitere Unterstützer benötigt.