„Ein Morgen vor Lampedusa“ in der St.-Nicolai-Kirche

Szenische Lesung in der Obershagener Kirche

OBERSHAGEN (r/jk). Vor der italienischen, zwischen Sizilien und Afrika gelegenen, Insel Lampedusa versinkt am 3. Oktober 2013 ein mit 545 Flüchtlingen völlig überladener Kutter, 366 ertrinken: Menschen aus Eritrea, Somalia, Äthiopien und Syrien, die vor Krieg und Armut flohen, voller Hoffnung auf ein besseres Leben in Europa. Der Autor Antonio Umberto Riccò aus Hannover hat aus Zeugenaussagen und dokumentarischem Material einen Text zusammengestellt, der unterschiedliche Perspektiven auf die Katastrophe eröffnet und insbesondere die Einwohner von Lampedusa zu Wort kommen lässt. Der italienische Musiker Francesco Impastato hat eigens für dieses Projekt Musik komponiert.
Die Lesung ist ein Projekt der Arbeitsgruppe „Unser Herz schlägt auf Lampedusa“, die sich in Hannover kurz nach dem Ereignis gründete: eine Gruppe italienischer und deutscher Bürger, die jenseits von der tagesaktuellen Berichterstattung auf die dramatischen Umstände der gegenwärtigen Migrationswelle aus Afrika aufmerksam machen.
Die 134. Lesung wird am Freitag, 12. Februar, ab 19.00 Uhr in der St.-Nicolai-Kirche in Obershagen stattfinden. Die Sprecher der Lesung sind alle Mitglieder der Evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Hänigsen-Obershagen. Lesen werden: Pastor Steffen Lahmann, Bianca Bruns, Marianne Hackbart, Bernd Hackbart, Marcel Voss. Francesco Impastato wird live singen. Bildmaterial und aktualisierte Texte unterstützen die eindrückliche Lesung.
Nach der Lesung findet ein offenes Gespräch mit Antonio Umberto Riccò statt. Moderator des Abends ist Johann-Christoph Emmelius. Die Gesamtkoordination der Lesung in Obershagen liegt in den Händen von Elke Schmotz. Initiiert wurde die Lesung von Christine Späthe (Kunstspirale e.V.) und Gitta Bührich (Gleichstellungsbeauftragte der Gemeinde Uetze).
Da die Arbeitsgruppe „Unser Herz schlägt auf Lampedusa“ aus dieser Lesung mittlerweile auch Materialien für ein Schulprojekt entwickelt hat, hofft die Erste Gemeinderätin der Gemeinde Uetze, Ursula Tesch, gleichzeitig auch Vorsitzende des „Netzwerk Prävention“, dass die Lesung auch auf Interesse in der Uetzer Lehrerschaft stößt.
Der Eintritt ist frei. Spenden sind erwünscht. Das Gesamtkonzept sieht vor, dass die Spenden ausschließlich der Flüchtlingsarbeit zugute kommen.