Durchs das wilde Tansania mit Ernie Meyer

Mit beeindruckenden Bildern über die Serengeti begeisterte Ernie Meyer die Gäste des Heimatbundes Uetze. (Foto: Ernie Meyer)

Ein herzerfrischender Vortrag über das Leben in der Serengeti

UETZE (r/jk). Damit hatte nun keiner gerechnet. Rund 160 interessierte Bewohner aus Uetze und Umgebung sind am Mittwochabend der Einladung durch den Heimatbund zum Vortrag von Reisereporter Ernie Meyer gefolgt. Der Chef des Deutschen Kaiser, Hans-Jürgen Schasse, musste zusätzliche Sitzgelegenheiten anbieten. Alle Plätze waren schnell belegt und mit kleiner Verzögerung wurde dann durch den Vorsitzenden des Heimatbundes, Peter Doms, die Veranstaltung eröffnet.
Ernie Meyer erzählt von afrikanischen Lebensumstände und Weisheiten, warnt vor der Lautstärke der brüllenden Tiere und besänftigt die Runde mit lauten musikalischen Tönen aus dem Musical „König der Löwen“, die ganz im Einklang zu den gezeigten, wunderschönen und gestochenscharfen Bildern stehen. Weltenbummler Meyer hat zu jedem Bild eine kurze Anekdote parat und dabei immer wieder Menschen und Tiere im Blick, die er mit der Linse eingefangen hat. Darüber hinaus werden Landschaftsportraits der trockenen Savanne im Bereich des Serengeti-Nationalparks mit tausenden von wilden Tieren, wie Flußpferde, Gnus, Zebras, Nashörner, Krokodile, Elefanten, Affen und natürlich Leoparden und Löwen, gezeigt. Im Bild festgehalten ist auch der mächtige und magische Kilimandscharo mit seiner weißen Schneehaube, der zu Kaisers Zeiten höchste Berg im damaligen Deutschen Reich.
In Begleitung einheimischer Reiseführer hat Ernie Meyer mit Geländewagen, Heißluftballon, Propellerflugzeug und zu Fuß die fruchtbaren Gegenden in Tansania erkundet und dabei mit vielen Menschen spontan einen herzlichen Kontakt gepflegt. Ob Plantagenbesitzer, Mitarbeiter entlegener Unterkünfte - auch Lodges bzw. Tented Camps genannt - oder stolze und argwöhnische Massai sowie deren Kinder in der Dorfschule – sie alle, so hatte man im Saal den Eindruck, haben den „deutschen Meyer“ ins Herz geschlossen und er sie.
Als besonderes Dankeschön hat sich die evangelische Partnergemeinde von Hannover-Marienwerder im kleinen Dorf Moshi zusammen gefunden und ein wunderschönes Lied in Suaheli-Sprache gesungen. Zu Tränen gerührt, was man auch jetzt im großen Saal Ernie Meyer anmerkte, fiel der Abschied nicht leicht. Eine lange und anstrengende Reise nach Afrika war beendet.
Prof. Grzimek hatte in seinen Sendungen in den 60iger Jahren versucht, den Menschen in Deutschland die afrikanische Flora und Fauna in all ihren Facetten näher zu bringen. Damals klang die Botschaft eher pessimistisch und traurig: Serengeti darf nicht sterben, war der Warnhinweis. Doch die Serengeti im Ngorongoro-Ökosystem funktioniert, ja sie lebt. Einige im Plenum nickten und mit einem warmen Applaus bedankten sich die Zuhörer für die tollen afrikanischen Impressionen. Beim Verlassen der Gaststätte sagte eine ältere Dame: „Das war ein herzerfrischender Vortrag. Ich fühlte mich in meine Jugend- und Schulzeit zurück versetzt, es kam mir vor, als habe ich Geschichts- Erdkunde- und Sozialkundeunterricht gleichzeitig erfahren. Nur waren damals die Lehrer nicht so lustig und einfühlsam wie Ernie Meyer. Er hätte auch Pädagoge werden können.“