Dr. Matthias Miersch besuchte die „Landungsbrücke“

v.l. Werner Backeberg, Bürgermeister der Gemeinde Uetze, Bundestagsabgeordneter Dr. Matthias Miersch, Claudia Ruhs, Landungsbrücken e.V. und Yvonne Salewski, pro regio kamen zum Gespräch in den neuen Räumlichkeiten der Landungsbrücken e.V. zusammen. (Foto: Dana Noll)

Erfahrungsaustausch zwischen Verein und Politik

UETZE (dno). Am vergangenen Donnerstagnachmittag besuchte der SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Matthias Miersch im Rahmen seiner „Tour durch die Region“ den gemeinnützigen Verein „Landungsbrücke e.V.“ in den neuen Räumlichkeiten in Uetze. Dabei kam es zu einem informativen Austausch über Ziele, Aktionen und Möglichkeiten im Rahmen der Integration von Flüchtlingen speziell bei Ausbildung und Beruf.
„Flüchtlinge brauchen ein soziales Netzwerk und Helfer, damit Integration gelingt“, so Claudia Ruhs, Landungsbrücke e.V. Im Juni 2015 gründete sich der Verein in Uetze. Hauptanliegen ist, Flüchtlinge im Alter von etwa 18 bis 27 Jahren auf dem Weg in Ausbildung und Beruf zu unterstützen. Damit schafft die „Landungsbrücke“ Möglichkeiten, bevor das Jobcenter eingreift, welches erst zuständig ist, wenn eine Aufenthaltserlaubnis vorliegt.
Bis dies der Fall ist, vergehen oft Monate – wertvolle Zeit, die für Praktika, Ausbildung, weitergehende Sprachförderung oder auch Berufseinstieg genutzt werden kann. Durch die Arbeit des Vereins konnten bereits acht Praktikumsplätze vermittelt werden. „Die Unternehmen sind sehr aufgeschlossen“, so Yvonne Salewski von pro regio, die im aktiven Austausch mit der „Landungsbrücke“ arbeitet.
„Die Zusammenarbeit der Landungsbrücke und pro Regio ist ein Glücksfall für die Gemeinde Uetze“, so Werner Backeberg, Bürgermeister der Gemeinde Uetze.
Auch Bundestagsabgeordneter Dr. Matthias Miersch zeigte sich interessiert:“Es ist wichtig für uns zu wissen, wo die Helfer/innen stehen und wie wir als Politiker ihre Arbeit erleichtern können!“
Derzeit werden etwa 20 Flüchtlinge von den Landungsbrücken e.V. begleitet, von denen 12 zusätzlich durch Paten unterstützt werden. „Integration dauert. Eine neue Sprache, Mentalität, Traumatisierung und viel Bürokratie im Asylverfahren machen es schwierig“, so Klaus Baier, der als Pate für Salem Saha-Shinwari aus Afghanistan agiert. Auch Ute Kaufmann engagiert sich und unterstützt eine Familie aus Syrien: „Es ist nicht immer leicht, aber schön zu sehen, wie sich die Flüchtlinge immer mehr öffnen.“
Kostenübernahmen und Sprachförderung, besonders für Fortgeschrittene, bildeten Kritikpunkte im Gespräch mit den Politikern. „Wir haben für alles sehr hohe Standards und Regelungen. Daher kommen für Sprachkurse auch nur Pädagogen zum Einsatz, obwohl sicherlich auch Privatpersonen mit guten Sprachkenntnissen nützlich wären“, so Backeberg. „Kosten sind immer ein Thema. In den Kommunen passiert viel, dafür müssen finanzielle Mittel bereit stehen“, fügte Miersch hinzu.
In den neuen Räumlichkeiten der „Landungsbrücke e.V.“ in der Praklastraße 1 in Uetze wird es ab Mai geregelte Öffnungszeiten geben. Weiterhin wird eine Internetcafé eröffnet, wofür noch ehrenamtliche Helfer zur Betreuung gesucht werden, ebenso wie Bürger/innen, die als Paten agieren möchten.