„Die Spielerei“ besucht am 1. April die NDR 1 Plattenkiste

Das neue Theaterensemble „Die Spielerei“: v.l. Melanie Lüdtke, Andrea Hennigs, Tobias Biermann, Sabine Brandes, Michaela Rummler, Maren Gille, Katja Wiegmann, Antje Laufer, Oliver Wempe und Nils Veith. (Foto: Die Spielerei)

Neues Theaterensemble „Die Spielerei“ debütiert mit „Altweiberfrühling“

UETZE (r/jk). Das Warten hat ein Ende: Die 2012 gegründete Theatersparte des VfL Uetze „Die Spielerei“ wird am 4. und 5. April, jeweils um 20 Uhr, in der Agora des Schulzentrums Uetze die Komödie „Altweiberfrühling“ aufführen. Vorher präsentiert sich die Gruppe um Spatenleiterin Maren Gille noch im Radio. Am 1. April werden drei Mitglieder des Ensembles Gast bei der legendären Plattenkiste auf NDR 1 Radio Niedersachsen sein (Sendezeit 12 bis 13 Uhr).
Darum geht es in dem Stück: Um ihrem Leben nach dem Tod ihres Mannes einen neuen Sinn zu geben, erfüllt sich die betagte Martha Jost (Katja Wiegmann) einen langgehegten Mädchentraum und eröffnet eine eigene Dessous-Boutique mit selbst entworfener Wäsche. Im Dorf regt sich Widerstand: Sohn und Dorfpastor Walter (Oliver Wempe) sähe in dem ehemaligen Gemischtwarenladen lieber die neue Heimat seiner Bibelgruppe, während Bürgermeister Fritz Krüger (Tobias Biermann) gleichzeitig das Domizil seiner „Land- und Leute-Partei“ dort einrichten will. Zudem fürchten beide eine Verrohung der Sitten im ländlich-biederen Dorfleben. Den zuweilen hinterhältigen, fast schon kriminell anmutenden Versuchen geistlicher wie weltlicher Mächte, sie von ihrer Idee abzuhalten, stellen sich Martha und ihre Freundinnen Lissi (Sabine Brandes), Hanni (Maren Gille) und Frieda (Antje Laufer) erfolgreich entgegen. Denn für große Träume ist es nie zu spät. Schließlich folgen sie ja auch nur den Aufforderungen von Bürgermeister und Pastor, ihrem Leben eine sinnvolle Aufgabe zu geben (Pastor) und die „Alten“ ernst zu nehmen (Bürgermeister); zusätzlich stiftet eine Liaison zwischen Pastor und Shirley Bode (Michaela Rummler) Verwirrungen.
Die Komödie in neun Bildern erzählt auf anrührende und gleichzeitig augenzwinkernde Weise vom Alter, von der zweiten Chance im Leben und vom Mut, der nötig ist, um sie zu nutzen. Ein wohl inszeniertes Gute-Laune-Theater über Seniorinnen, die lernen, sich zu emanzipieren und am Ende über die Spießigkeit des Alltags triumphieren.
Stefan Vögel schrieb das Stück nach der Filmvorlage „Die Herbstzeitlosen“. Dieser von Sabine Pochhammer (Buch) und Bettina Oberli (Buch & Regie) 2006 in Szene gesetzte Film gilt bis heute zu den erfolgreichsten Kinoproduktionen der Schweiz.
Das Bühnenbild entstand unter der kreativen Anleitung durch Melanie Lüdtke und vielen handwerklich geschickten Ensemblemitgliedern. Die Regie führt Andrea Hennigs, die zugleich auch als Souffleurin während der Aufführungen tätig und hoffentlich nie in Anspruch genommen wird. Ferner freut sich die Spielerei bei ihrem Debüt Unterstützung erfahrener Kulturschaffender zu erhalten: die Sängergemeinschaft des Uetzer Männerchores im Liederkranz Concordia sowie des Männergesangsvereins Hänigsen unter der musikalischen Leitung von Hans-Joachim Rinnau werden die Aufführung bereichern.
Das Stück wurde in einer katholischen und einer protestantischen Fassung geschrieben. „Die Spielerei“ entschied sich für die protestantische Version und hat es dem Uetzer Lokalkolorit angepasst. Denn, wer weiß hierzulande schon, wer oder was ein „Bünzli“ ist?
Karten sind an der Abendkasse sowie im Vorverkauf (Uetze: Reisebüro Holiday/Burgdorfer Straße, LOTTOPOINT/ Kaiserstraße; Hänigsen: Friseursalon Brandes/Steindamm) zum Preis von acht Euro zu erwerben.