Zweitklässler lernen auf Bauernhof: Die Milch kommt nicht aus der Tüte

Ursel Ziegenmeier, Marlies Müller und Cornelia Peters (von links) zeigen den Zweitklässlern die erst vier Wochen alten Kälber, die sich nur ängstlich der Kinderschar nähern. (Foto: Horst-Dieter Brand)

Ein Beitrag von Horst-Dieter Brand - Kinder der St. Bernward-Grundschule Lehrte besuchen Bauer Henning Peters in Bilm

SEHNDE/BILM (hdb). Der achtjährige Sören will es ganz genau wissen: Warum ist die eine Kuh im Gegensatz zu den anderen angebunden? Landwirtin Cornelia Peters gibt bereitwillig Auskunft – nicht nur darüber, sondern auch über alles Wissenswerte rund um die Milch. Zweitklässler der Lehrter St. Bernward-Grundschule statteten dem Bilmer Bauernhof einen zweieinhalbstündigen Besuch ab.
„Transparenz schaffen – Vom Erzeuger zum Verbraucher“ lautet der Slogan des Landvolkes Niedersachsen. Das Projekt wird von der Europäischen Union gefördert, erklärten vor Ort die Ahltener Landfrauen Marlies Müller und Ursel Ziegenmeier. Die beiden hatten mit dem Anschauungsunterricht schon vor 15 Jahren begonnen und betreuen seitdem mehrere Lehrter Grundschulen.
Der Hof der Familie Peters in Bilm mit insgesamt 130 Kälbern, Rindern und Kühen ist seit fünf Jahren mit an Bord.
Jeweils im April und Mai schleust Cornelia Peters seitdem Schulklassen durch den Melkstand und die Stallgasse. Die Kinder dürfen dabei nicht nur die Tiere streicheln, sondern lernen unter anderem den Unterschied zwischen Gras und Stroh und dass jede Kuh pro Tag etwa 80 Liter Wasser trinkt.
Lehrerin Melanie Thorey berichtete von einem Kind, das behauptete, noch nie Milch von einer Kuh getrunken zu haben, sondern „nur aus der Tüte“. Auch, dass Kartoffeln nicht aus Gläsern kommen, musste aufgeklärt werden.
Und Sören erhielt auch noch die Antwort auf seine Frage nach der angebunden Kuh. Cornelia Peters erklärte ohne Umschweife: „Bald kommt der Tierarzt, dann wird die Kuh künstlich befruchtet, was sonst eigentlich ein Bulle macht. Aber wir haben keinen.“
Ein Test zur Unterscheidung von Vollmilch, H-Milch und Buttermilch sowie die Zubereitung eines kleinen Mittagessens aus Kräuterquark und Butter aus geschüttelter Sahne rundeten für die Kinder den erlebnisreichen Vormittag ab.