Zwei naturverbundene Feldwarte mit Wappennadel der Stadt Sehnde geehrt

Bürgermeister Carl Jürgen Lehrke (rechts) hat den Feld- und Flurwarten Walter Köhler (von links) und Bruno Borchert die Wappennadel ans Revers gesteckt und die Ehrenurkunden überreicht. (Foto: Horst-Dieter Brand)

Ein Beitrag von Horst-Dieter Brand - Dank an Bruno Borchert und Walter Köhler für ehrenamtliches Engagement

SEHNDE (hdb). Schon meistens ab fünf Uhr in der Früh sind sie unterwegs, um in Feld und Flur nach dem Rechten zu sehen: Ehrenamtlich sorgen sich Bruno Borchert und Walter Köhler um ihre Umwelt – und das schon seit mehr als 15 Jahren. Für Bürgermeister Carl Jürgen Lehrke war das Grund genug, die beiden Senioren mit der städtischen Wappennadel auszuzeichnen.
Diese anerkennende Ehrung gibt es seit 1988 und hat bisher 89 Persönlichkeiten erreicht. Nach dem Bilmer Borchert und dem Wirringer Köhler waren wenige Tage später anlässlich des Stadtfeuerwehrtages mit dem seit 1997 amtierenden Rethmarer Ortsbrandmeister Dietmar Huch und seinem Sehnder Kollegen Jürgen Dauter, der Ende April nach fast 16 Jahren sein Ehrenamt aufgibt, gleich die nächsten beiden an der Reihe.
Feld- und Flurwarte kümmern sich im Umland des Stadtgebietes seit 1988 um Ordnung und Sauberkeit in Feld und Flur. Bruno Borchert ist in die Aufgabe am 1. November 1995 im Bereich Nordwest (Ilten, Bilm, Höver) eingestiegen und betreut seitdem rund 2150 Hektar. Der ehemalige Landwirt und Schlachter mit der sympathischen Neigung zum Erzählen von „Dönekes“ führt sein Engagement darauf zurück, dass seine Frau ihm verboten hatte, den Jagdschein zu machen.
Da habe er sich eben eine Alternative gesucht, die sich bis heute auch auf die Pflege eines Teiches in Bilm erstreckt – und das mit immerhin 81 Jahren.
Amtsmüde ist der gebürtige Ostpreuße, dessen derzeitige, vom Rat abgesegnete Amtsperiode bis 2017 dauert, noch keineswegs. So zieht er weiterhin per Fahrrad oder Motorroller seine Runde, zückt gegenüber Spaziergängern, die ihren Hund nicht angeleint haben, seinen gelben Dienstausweis und „erzieht“ seine Mitmenschen. „Frauen grüßen nicht“, hat er dabei enttäuscht festgestellt.
Der gebürtige Wirringer Landwirt Walter Köhler ist seit Anfang 1997 Herr über rund 2.550 Hektar Feld und Flur im Bereich Süd, der von seinem Heimatort über Wehmingen, Müllingen und Bolzum bis nach Wassel reicht. „Ich habe die Aufgabe sehr gern übernommen, weil ich schon immer viel mit dem Fahrrad unterwegs war“, beschreibt er seine Motivation für das Ehrenamt.
Köhler hat beobachtet, dass die Menge des achtlos von Spaziergängern und Radfahrern weggeworfenen Mülls weniger geworden ist. Umso mehr ärgert es ihn, wenn er auf einen ganzer Hänger voll Bauschutt stößt – und dann beim Bäcker den mutmaßlichen Übeltäter trifft.
„Wenn das Zeug bis morgen weg ist, ziehe ich die Anzeige zurück“, hat sich Köhler trotzdem großzügig gezeigt. Man kennt seine Pappenheimer eben auf dem Dorf.
Im Bereich Ost ist übrigens Heinrich Sennholz, im Bezirk Mitte Astrid Gerjes als Feld- und Flurwart unterwegs.