Zwei Hilfsorganisationen in Sehnde geraten schon bald selbst in akute Raumnot

Der Civitan-Club betreut wöchentlich bis zu 70 Menschen an der Sehnder Tafel und steht selbst schon bald ohne Dach über dem Kopf da. (Foto: Horst-Dieter Brand)

Ein Beitrag von Horst-Dieter Brand - AWO und Civitan-Club erwarten Kündigung ihres Domizils zum Jahresende

SEHNDE (hdb). Hilferuf von zwei Hilfsorganisationen: Die Kleiderkammer der Arbeiterwohlfahrt (AWO) und die - vom Civitan-Club betreute - Sehnder Tafel haben schon sehr bald kein Dach mehr über dem Kopf. Das Energie-Versorgungsunternehmen Avacon hat die Kündigung der Räume auf dem ehemaligen Hastra-Gelände an der B 65 angekündigt.
Bereits seit vier Monaten herrscht der Schwebezustand, als der Hauseigentümer erstmals den möglichen Verkauf des Grundstückes am Ortsausgang Richtung Rethmar zum Jahresende angekündigt hatte. Seitdem haben die AWO, der Civitan-Club und auch das TVE-Blasorchester - das an dem früheren Hastra-Standort Probenräume nutzt - händeringend nach Ausweichquartieren gesucht. Auch die Kommune hat ihre Liegenschaften nach Alternativen durchforstet – bisher vergeblich.
Jetzt haben sich die beiden Organisationen mit Unterstützung von Bürgermeister Carl Jürgen Lehrke mit einem Hilferuf an die Öffentlichkeit gewendet. Die AWO wie der Civitan-Club hoffen so auf Hinweise, wo entsprechende Immobilien leer stehen und vermietet werden. Finanziell verfügen beide aber über keinen großen Spielraum, wie Ines Bartole als Leiterin der Kleiderkammer und Club-Präsidentin Renate Grethe übereinstimmend einschränken.
Auch an die möglichst zentrale Lage und die Größe der Raum- und Lagerflächen müssten bestimmte Bedingungen geknüpft werden. Die Gemütslage der Verantwortlichen ist angesichts der aussichtslos erscheinenden Lösung alles andere als rosig: „Es ist ein gruseliges Gefühl nicht zu wissen wohin, wenn wir am Jahresende rausmüssen“, beschreibt Grethe ihre Betroffenheit.
Betroffen ist auch das Klientel von AWO und Civitan-Club. Die Arbeiterwohlfahrt hatte bereits die jüngste Kleider-Spendenaktion im Oktober und die geplante Ausgabe am 17. November abgesagt. Bei vier Terminen pro Jahr kämen jeweils bis zu 100 Bedürftige, die auch Kleider- und Wäschespende angewiesen seien. Die ehrenamtlichen Helfer des Civitan-Clubs betreut sogar an 52 Wochenenden im Jahr zwischen 50 und 70 Personen an der Sehnder Tafel - Tendenz steigend. Bei einer längeren Unterbrechung der Hilfsaktionen befürchten die Unterstützer, dass die ehrenamtlichen Helfer und vor allem die Lieferanten von Lebensmittelspenden abspringen werden, sagte Grethe.
Der Bürgermeister lobte beide Organisationen für ihr Engagement: „Beide sind für Sehnde nicht mehr wegzudenken“, meinte Lehrke. Versprechungen auf künftige finanzielle Unterstützung wollte er ohne entsprechende Ratsbeschlüsse aber nicht machen.
Wer Raum für die Sehnder Tafel hat oder kennt, kann sich bei Renate Grethe, Telefon (05138) 84 07 melden Ines Bartole, die Leiterin der Kleiderkammer, ist erreichbar unter (05138) 54 99 47.