Wieder großes Interesse am "Zukunftstag" hinter Gittern in Sehnde

Nicht weggeschlossen, sondern zu eigenem Engagement motiviert: Die Teilnehmer/innen des "Zukunftstages" in der JVA Sehnde mit ihren Betreuern, die für die Jugendlichen interessante Aufgaben zusammengestellt hatten. (Foto: JVA Sehnde)
Sehnde: Justizvollzugsanstalt |

Jugendlichen wurden die Abläufe in der JVA vorgestellt

SEHNDE/ILTEN (r/kl). Zum diesjährigen Zukunftstag kamen 21 Jugendliche im Alter von 14 Jahre bis 16 Jahren in die Justizvollzugsanstalt (JVA) Sehnde. Durch einen abwechslungsreichen Tagesablauf konnten sie sich Einblicke verschaffen in die vielfältige Arbeit des Justizvollzuges und den interessanten Arbeitsplatz ihrer Angehörigen.
Karsten Rehse und Heiko Klupp, beide langjährige Mitarbeiter der JVA Sehnde, hatten sich ein breitgefächertes Programm für diesen Tag ausgedacht.
Auf dem Programm standen Informationen über die unterschiedlichen Berufsfelder im Justizvollzug, über die Tagesabläufe in einer Justizvollzugsanstalt.
Die Mädchen und Jungen erhielten die Möglichkeit, selbst Hand anzulegen: In einem aufgestellten Musterhaftraum durchsuchten sie den präparierten Raum auf verbotene Gegenstände und erhielten damit einen Eindruck davon, wie eingeschränkt die Möglichkeiten eines persönlichen Umfeldes des Gefangenen und die Vorgaben, persönliche Gegenstände in seiner Nähe haben zu dürfen, in einem Gefängnis sind.
Im Anschluss beeindruckte einer der Hundeführer der JVA Sehnde die Teilnehmerinnen und Teilnehmer und zeigte auf, welchen „Spürsinn“ der Diensthund bei unterschiedlichen Drogen besitzt.
Nach einem leckeren Mittagessen waren der sportliche Einsatz bei Übungen des Berufsspezifischen Konfliktbewältigung und Selbstverteidigung (BKS) gefragt.
Trotz der vielfältigen Eindrücke hinter Gittern blieb den Jugendlichen ein Schulbesuch nicht erspart. In der pädagogischen Abteilung der JVA Sehnde konnten sie nachempfinden, dass das Lernen auch hinter Gittern möglich ist. Weiterhin mussten sie in kleinen Gruppen Themen zum Erlebten erarbeiten und auf Infoplakaten präsentieren.
Zum Abschluss des Tages erhielten alle eine Teilnahmebescheinigung, mit der sie gegen 14.30 Uhr die Justizvollzugsanstalt "auf legalem Wege" wieder verlassen konnten.
Der Zukunftstag in der JVA Sehnde stößt seit einigen Jahren auf reges Interesse der Jugendlichen. "Dem Vollzug bietet er die Möglichkeit, sich den jungen Menschen aufgeschlossen zu präsentieren und über mögliche Vorbehalte oder Fehleinschätzungen aufzuklären", so die Anstaltsleitung.