Weihnachtsgeschichte von Charles Dickens feiert in der KGS Sehnde Premiere

Haben am Geschehen um den graulichen Geldverleiher aber auch viel Spaß: Die Schüler der Theater-AG bei einer ihrer Proben. (Foto: Horst-Dieter Brand)
 
Die Hauptfigur Scrooge, gespielt von Nina Graumüller (links), beschimpft Hilfsbedürftige und Weihnachtsgeister. (Foto: Horst-Dieter Brand)
Sehnde: Kooperative Gesamtschule Sehnde |

Ein Beitrag von Horst-Dieter Brand - Theater-AG übt in der Freizeit unter Leitung von Sebastian Prignitz

SEHNDE (hdb). Das Bühnenbild wirkt improvisiert, die Kostüme fehlen ebenfalls noch, der Text sitzt längst noch nicht: Die erste Durchlaufprobe der Theater-AG an der KGS Sehnde stockt teilweise mächtig. Aber bis zur geplanten Premiere am 9. Dezember um 19.00 Uhr gibt es ja noch genügend Zeit für die endgültige Fassung der Aufführung.
Charles Dickens „Weihnachtsgeschichte“ ist keine leicht verdauliche Kost. „Alles Humbug“ hört der Zuschauer immer wieder als Argument aus dem Mund des geizigen Geldverleihers Ebeneser Scrooge, der in den unsichtbaren Fesseln seines gierigen Charakters gefangen ist.
Erst die unheimliche Begegnung mit drei unterschiedlichen Geistern – beruflichen oder privaten Begleitern aus seiner Vergangenheit – öffnen ihm die Augen und begünstigen seine Wandlung zu einem besseren Menschen
Anfangs ist das Büro des Geizkragens, der selbst im tiefsten Winter an der ausreichenden Kohleheizung spart, kalt und ungemütlich, was bei der Probe auf der Bühne im KGS-Forum noch niemand spielt.
Als sein Angestellter Bob Cratschit (Anna Seehausen) dagegen aufbegehrt, droht ihm sein Arbeitgeber gleich mit der Kündigung und notfalls auch mit Entlassung, wenn er am 1. Weihnachtstag nicht zum Dienst kommt.
So oder so ähnlich geringschätzig behandelt Scrooge, gespielt von Nina Graumüller, alle Armen, Hungernden oder Hilfsbedürftigen, die vergeblich um Almosen betteln.
Gleich nach den Sommerferien hat die Arbeitsgemeinschaft mit den Proben begonnen – einmal pro Woche und mit zusätzlichen Sonderproben. Ausgewählt – nach beispielsweise „Vampirherz“, „Frühlings Erwachen“ oder „Hexenjagd“ in den Vorjahren – hat das klassische Werk aus dem 19. Jahrhundert Spielleiter und Pädagoge Sebastian Prignitz, der auch Regie führt und von Bettina Jonas assistiert wird.
Ihm standen für die Besetzung überwiegend Schülerinnen der Jahrgänge sieben bis zwölf zur Verfügung, die Jungen waren und sind hoffnungslos in der Unterzahl. So müssen viele eigentlich männliche Rollen weiblich besetzt werden, was dem Ergebnis nicht immer dienlich ist.
Nina Graumüller ist erkennbar schon „ein alter Hase“ und schnaubt und geifert mit Vergnügen durch ihre Hauptrolle, die wegen des baldigen Abiturs ihre letzte sein wird. „Die Männerrolle macht mir Spaß“, sagt sie und hofft, den Wandel von Scrooge vom unerbittlichem Geschäftsmann zum großzügigen Helfer auch „hinzubekommen“.
Der Stapel Papier fliegt bei der ersten Durchlaufprobe allerdings noch nicht immer so, wie er eigentlich soll, die Betonung bedarf manchmal noch dem Eingreifen des Regisseurs. Er gibt noch Anweisungen, wo die Akteure stehen, wohin sie gehen, wenn sie aufstehen sollen, wann sie schimpfen oder winseln sollen oder wann der eine Geist auf den Tisch oder der andere Geist aus der Truhe klettern soll.
„Alles Humbug“? Wer wissen will, wie die Geistergeschichte (gut) ausgeht, kann sich demnächst Karten für die Premiere am Freitag, 9. Dezember; am Freitag, 16. Dezember, oder für Dienstag, 20. Dezember, besorgen. Zwei interne Schülerveranstaltungen sind ebenfalls geplant: am Dienstag, 6. und am Montag, 19. Dezember.