Vortragsreihe über Bodenschätze der Region bei "Unser Höver"

Mit sogenannten "Pferdekopfpumpen" wird heute noch Erdöl in Höver gepumpt. (Foto: Manfred Holascke/Unser Höver)
 
Der Kaliabbau spielte in den Bereichen Lehrte und Sehnde bis vor wenigen Jahren eine bedeutende Rolle als Wirtschaftsfaktor. (Foto: Manfred Holaschke/Unser Höver)

Heimatgruppe will Veranstaltungsreihe fortsetzen

HÖVER (r/hhs). „Unser Höver“ startete die Vortragsreihe über die Bodenschätze in unserer Region. Die Bodenschätze in unserer Region sind das Thema, über das die Heimatbundgruppe „Unser Höver“ in mehreren Veranstaltungen berichten wird. Der Vorsitzende von „Unser Höver“, Ernst Köhler konnte im Vereinsheim der Schützengesellschaft Höver zur ersten Veranstaltung mehr als 40 Personen begrüßen.
Eine Zeitreise durch die vergangenen 296 Mio. Jahre der Erdgeschichte war der Auftakt im ersten Vortrag, den Diplom-Geologe Bernd-Henning Reupke präsentierte. Ein Zeitabschnitt, in dem eine Vielzahl von Bodenschätzen entstand, die heute bei uns gefunden werden.
Im Zechsteinmeer, das weite Teile Norddeutschlands überflutet hatte, entstanden mit Veränderungen der Erdoberfläche und Temperaturschwankungen Salzablagerungen, die in der folgenden Zeit von verschiedenen Gesteinsarten überlagert wurden. Durch Druck und hohe Temperaturen wurde das Salz verformt, sammelte sich und durchbrach die darüber liegenden Gesteinsschichten und bildete in der gesamten norddeutschen Tiefebene Salzstöcke. So auch im Gebiet von Lehrte, dessen Salzstock sich bis nach Giesen bei Sarstedt erstreckt. Die übrigen Erdschichten wurden dabei verschoben. Die Bodenschätze, die nun nahe an der Oberfläche lagen, waren erreichbar und konnten abgebaut werden.
Die technische Entwicklung, insbesondere die Verbesserung der Fördertechnik, führte dann zum Bau der Salzbergwerke und Zementwerke, die in unserer Region an verschiedenen Stellen entstanden. Die Salzbergwerke wurden zwischenzeitlich geschlossen und werden geflutet, um den Untergrund zu stabilisieren. Das Werk in Giesen soll wieder in Betrieb genommen werden.
Die Erkundung der Lagerstätten und die Verfeinerung der Messmethoden spielten dabei eine wesentliche Rolle. Dieses wurde auch im zweiten Vortrag des Abends, den Dipl.-Phys. Dr. Heinrich Meyer hielt, deutlich. Dabei ging es um das Erdöl, dass in unserer Region gefunden wurde.
Im Laufe der Erdgeschichte gab es abgeschlossene Randmeere. Beim Absterben von Biomasse (Algen, Plankton) und das Absinken in den Sauerstoff armen Bodenbereich konnte dieses Material nicht verwesen und vermischte sich mit den Eintrag von sandigen und tonigen Sedimenten zu Faulschlamm. Durch weitere Sedimentation und durch das Absinken in größere Tiefen kam dieses Muttergestein in einen Temperaturbereich, in dem sich der Faulschlamm in Millionen von Jahren umwandelte in Erdöl und Erdgas. Diese spezifisch leichtere Substanz versuchte aufzusteigen, schaffte es dabei gelegentlich bis an die Erdoberfläche, aber wurde in der Regel an undurchlässigen Strukturen im Untergrund daran gehindert und gespeichert.
Durch die Tektonik des Salzstockes Sarstedt – Lehrte hatten sich solche Lagerstätten im Bereich Lehrte-Ahlten, Höver und Kronsberg gebildet. Sie wurden erschlossen und ausgebeutet. Im Bereich Lehrte Ahlten wurde die Ölförderung vor etwa 20 Jahren eingestellt. In Höver und auf dem Kronsberg wird noch heute mit sogenannte Pferdekopf-Pumpen Erdöl gefördert. Es handelt sich dabei um ein Gemisch, das zu über 98% aus Wasser besteht. Öl und Wasser werden getrennt und das Wasser wird wieder in die Erde gepumpt.
„Unser Höver“ wird diese Veranstaltungsreihe fortführen. Zur Zeit werden weitere Vorträge und auch Exkursionen vorbereitet.