Vortrag über den einstigen Kaliabbau in Sehnde war ein "Renner"

Die Erinnerung an den Kalibau ist in Sehnde auch heute gegenwärtig. Wolfgang Struß (v.l.), Museums-Vorsitzender Erhard Niemann in Knappentracht und Referent Otto Lesemann freuten sich über den großen Erfolg ihres Vortrages. (Foto: RMS Sehnde)
Sehnde: Regional Museum Sehnde |

Erinnerung an den Bergbau bleibt lebendig _ Sonderausstellung im Regional-Museum

SEHNDE (r/kl). Der begleitende Vortragsabend zur Sonderausstellung "Kali-Chemie Sehnde, Werk Friedrichshall" des Regional-Museums Sehnde (RMS) im Rittersaal des Gutshofes Rethmar mit den Referenten Otto Lesemann und Wolfgang Struß, mit moderner Vortragstechnik von Klaus Langkop aus Ahlten unterstützt, war ein voller Erfolg.
Nach einer kurzen Begrüßungsrede übergab der Vorsitzende Erhard Niemann das Wort an die Referenten. Gut 100 Besucher, darunter viele ehemalige Mitarbeiter des Werkes, hatten sich eingefunden. Der einstige Jugendsprecher Dieter Ruhkopf zum Beispiel war 250 Kilometer weit angereist.
Otto Lesemann, ehemaliger Leiter des Untertagebetriebes, referierte als Frontman mit Wolfgang Struß, damaliger Fahrsteiger für den Untertagebetrieb, über 80 Jahre Bergbaugeschichte in Sehnde.
Der Schacht 2, geteuft von 1911 bis 1913, hatte eine Gesamtteufe 813 Meter unter der Erdoberfläche. Über die beiden Schächte im Werk 1, oder Schacht 2, der zum Transport diente, wurden Materialien eingefahren. Die Gesamtfördermenge betrug 55 Millionen Tonnen Rohsalz.
Ihre größte Stärke hatte die Belegschaft 1955 mit 1.550 Beschäftigten. Unter Tage herrschte eine Temperatur bei 45 Grad trockener Luft.
Seit dem 30. Dezember 1981 wurde der Betrieb mit verringerter Förderleistung durch die Kali und Salz AG weitergeführt. Damit war das Ende des Kalibergbaues in und unter Sehnde besiegelt.
Bis auf wenige weitergenutzte Lagerschuppen sind die Werksanlagen seit 1998 erschwunden und zerstört. Die Abraumhalde ist als nicht salzhaltiger Mineralienrückstand zurückgeblieben, der nicht in die Hohlräume Untertage untergebracht werden konnte.
Otto Lesemann hob in seinem Vortrag die sozialen Errungenschaften des Betriebes Kali-Chemie-Sehnde für die Mitarbeiter des ganzen Unternehmens besonders hervor. Die in seinem Vortrag aufgeführten Daten wurden auch von Wolfgang Struß und Werner Heindorf zur Verfügung gestellt.