Typisierungsaktion für Ali Naghilo – hoffentlich – erfolgreich

Evin Kenco (links) ließ sich typisieren, Tochter Abla Miro war behilflich, konnte aber mit ihren 15 Jahren noch nicht an der Aktion teilnehmen. (Foto: Dana Noll)

Über 250 Sehnder kamen in die KGS Sehnde

SEHNDE (dno). Große Anteilnahme am Schicksal des erst 17-jährigen Ali Naghilo zeigten über 250 Sehnder/innen mit ihrer Bereitschaft, sich typisieren zu lassen. An Sichelzellenanämie erkrankt, ist eine Stammzellenspende die letzte Hoffnung für den Schüler der Kooperativen Gesamtschule (KGS).
„Wenn man die Chance hat, ein Menschenleben zu retten, muss man dies auch tun“, so Abiturient Lukas Kusnik, der sich in der KGS typisieren ließ. Etwa 250 Personen sahen das ähnlich und hofften mit ihrer Stammzellenspende zum Lebensretter zu werden.
Die Wahrscheinlichkeit ist leider sehr gering. „Einen passenden Spender außerhalb der eigenen Familie zu finden, liegt bei 1 zu 20.000 bis 1 zu mehreren Millionen“, so Inga Goor, Koordinatorin beim NKR, dem Norddeutschen Knochenmark- und Stammzellenspenden-Register. So kam leider auch Alis Mutter nicht in Frage. „Das hat sie sehr traurig gemacht“, so der 17-jährige Schüler, dessen Traum es ist, einmal als Polizist zu arbeiten.
Seit seiner Geburt leidet er an Sichelzellenanämie, einer Erkrankung des blutbildenden Systems. Der gebürtige Iraner kam 2012 als Flüchtling aus dem Iran nach Deutschland. Seitdem wurden die Symptome stetig schlimmer. „Ich bin oft müde und schwach, Sport geht gar nicht mehr“, so Ali. Mit Medikamenten und zahlreichen, längeren Aufenthalten in der MHH war die Krankheit bislang unter Kontrolle. Leider schlagen die Therapien nicht mehr an, so dass eine Stammzellenspende die einzige Hoffnung für den erkrankten Schüler aus Sehnde ist. „Etwa 75 Prozent meines Blutes sind nicht mehr brauchbar“, so Ali.
Die Typisierung ist im Alter von 18 bis 55 Jahren möglich und recht simpel. Mit zwei Wattestäbchen wird aus dem Mundraum ein Wangenschleimhaut-Abstrich entnommen. Danach geht es ins Labor. Dabei entstehen Kosten von etwa 50 Euro, die im Fall der Typisierungsaktion von Ali mit Spenden finanziert wurden.
Deutschlandweit gibt es 27 Register, weltweit etwa sechs Millionen mögliche Spender/innen. Nur wenn die Gewebemerkmale zu 100 Prozent überein stimmen, kann eine Spende erfolgen. In 80 Prozent der Fälle geht dies über die Blutbahn, in wenigen Ausnahmen über eine Knochenmarksspende aus dem Beckenkamm.