Time to say good-bye: Neues Schuljahr startet ohne vier allseits beliebte Lehrer

Helga Akkermann (rechts) verabschiedete Regina Runge-Beneke aus dem Schuldienst, wohl wissend, dass der so etwas wie Ruhestand gänzlich fremd ist. (Foto: Susanna Veenhuis)
 
Auch Ex-KGS-Leiter Manfred Rosengarten verabschiedete die scheidenden Lehrer herzlich in den Ruhestand oder – wie bei Mascha Brandt (rechts) - in einen neuen Wirkungsbereich. (Foto: Susanna Veenhuis)
Sehnde: Kooperative Gesamtschule Sehnde |

Ein Beitrag von Susanna Veenhuis - KGS Sehnde verabschiedete Regina Runge-Benecke, Mascha Brandt, Rolf Nießen und Fred Weidemann

SEHNDE (sv). Wenn die Schülerinnen und Schüler der Kooperativen Gesamtschule Sehnde (KGS) jetzt nach den Ferien gut erholt den Unterricht antreten, werden sie feststellen, dass bekannte Gesichter fehlen – und vielleicht werden sie sie sogar vermissen: Bei Dr. Regina Runge-Benecke, Mascha Brandt, Rolf Nießen und Fred Weidemann werden sie keinen Unterricht mehr haben, denn die erschließen sich neue Aufgabenfelder.
„Bekannt für klare Ansagen“ sei sie, sagt Schulleiterin Helga Akkermann bei der feierlichen Verabschiedung über Mascha Brandt. 2009 sei die Betriebswirtin und Bankkauffrau als frisch gebackene Lehrerin an die KGS gekommen und habe bald die Leitung des Hauptschul-Zweigs übernommen – zunächst kommissarisch und ab 2011 als Leiterin. Sie habe sich als Teamspielerin bewährt und sich mit ihrem Zweig sehr identifiziert. Sie hatte die Netbook-Klasse mit entwickelt und war auch an dem Ganztagskonzept maßgeblich beteiligt. „Von allen Leitungsaufgaben war wohl der Vertretungsplan die aufwendigste und am meisten Kritisierte“, sagte Akkermann unter zustimmendem Gelächter der Kollegen. Mascha Brandt wechselt an eine neue Schule, wo sie ihre gestalterischen Fähigkeiten besonders gut einsetzen kann, wie ihr die Direktorin bescheinigte.
Sozusagen als Gründerin der KGS hat sich Regina Runge-Beneke in vielerlei Hinsicht um das Schulleben und auch um die Geschichte Sehndes verdient gemacht. So legte sie beispielsweise gemeinsam mit ihren Schülerinnen und Schülern den vernachlässigten Bolzumer Friedhof frei, der letzten Ruhestätte von Sehnder Juden,und arbeitete deren Geschichte in einer viel beachteten Dokumentation und mit einer prämierten Ausstellung auf. Auch initiierte sie die Verlegung der Stolpersteine – zum einen in ihrem Beruf als Lehrerin, zum anderen in ihrer politischen Verantwortung als Ratsfrau der SPD. Sie habe sich immer für die Schule als Ganzes, für die Schülerinnen und Schüler und die Lehrkräfte engagiert - nicht nur als Frauenbeauftragte und Personalrätin. „Die Schülerinnen schwärmen von ihrem lebendigen, humorvollen und präzisen Unterricht“, sagte Akkermann. „Ich habe den Wechsel von der Orientierungsstufe Lehrte an die KGS Sehnde keine Minute bereut“, sagte Runge-Beneke. Nur mit der Gemütlichkeit in ihrem Ruhestand habe sie es nicht so, sagte sie mit einem Augenzwinkern.
Mit Rolf Nießen und Fred Weidemann verabschiedeten sich zwei weitere, das Schulleben entscheidend prägende Lehrer in den Ruhestand. Beide verband das Fach Mathematik, und beide stellten ihr stets aktuelles Know-How unter anderem für die Einrichtung der Netbook-Klassen zur Verfügung. Nießen leitete neun Jahre lang den Fachbereich Arbeit/Wirtschaft/Technik, sein Kollege Weidemann war für den Bereich Mathematik/Naturwissenschaften zuständig. Beide entschieden sich, diese Verwaltungsfunktion zugunsten der Arbeit mit den Schülern nach neun Jahren wieder aufzugeben. Auch betreuten sie Generationen von Schulpraktikanten in Sehnde und der ganzen Region Hannover.
„ Verbindlichkeit war ein Schlagwort, das beide unabhängig voneinander für sich gelten lassen wollten – so mancher Schüler wollte da gerne ausbrechen oder diese korrekte Messlatte unterlaufen: Keine Chance!“, sagte Akkermann.
Auch sie selber hatte für diejenigen, die es noch nicht wussten, eine Neuigkeit parat: Helga Akkermann scheidet im Februar 2015 aus dem Schuldienst und somit ihrem Amt als längjährige Schulleiterin der KGS aus.

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Foto: Susanna Veenhuis

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Boxhandschuhe gab es zum Abschied für Kickboxerin Mascha Brandt, die an eine neu aufzubauende Schule wechselt.

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Warme Worte und Geschenke für Regina Runge-Beneke gab es auch vom Sehnder Bürgermeister Carl-Jürgen Lehrke.

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